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Aktuell Deutschland

Kunst auch für kleines Geld

In Köln ist die Kunstmesse Art.Fair gestartet. Neben Sammlern mit Millionenbudget lockt die Messe vor allem Einsteiger: Auf der Art.Fair sind Werke in allen Preissparten zu bekommen, bis hinunter zum Druck für 250 Euro.

Mit dem Konzept einer Kunstmesse auch für junge und weniger kapitalkräftige Sammler, hat sich die Kölner Art.Fair eine eigene Nische unter den Kunstmessen erobert: Kein Teppichboden, kein Champagner, dafür Turnschuh-Besucher, die sich unbefangen als Anfänger outen dürfen. Ein bisschen Geld brauchen sie selbstverständlich trotzdem. Als Kunstmesse für Einsteiger hat sich seit 2003 die Art.Fair in Köln profilieren können. 85 Galeristen bieten bis Sonntag unter anderem Werke von Andy Warhol, John Chamberlain und Gerhard Richter für jeweils mehrere Millionen Euro zum Kauf an.

Bekannte Persönlichkeiten (Putin, Merkel, Jobs) in der Video-Installation des Spaniers Francesca Marti (Foto: dpa)

Wladimir Putin, Angela Merkel und Steve Jobs - vereint auf einer Videoinstallation

Unter 25-jährige Sammler willkommen

Bekannt ist die Messe aber vor allem dafür, dass dort Kunst in allen Preissparten zu bekommen ist, bis hinunter zum Druck für 250 Euro. Direktor Andreas Lohaus sagte, die Idee bei der Gründung sei gewesen, die Hemmschwelle für Besucher zu senken. "Wir dachten, wir brauchen eine Messe, wo die Atmosphäre einladender ist." Inzwischen finde die Art.Fair zum zehnten Mal statt und habe sich zur drittgrößten Kunstmesse Deutschlands gemausert.

Im Staatenhaus auf dem Kölner Messegelände fühlten sich auch angehende Sammler willkommen, sagte der Kunst-Berater Manuel Ströhlin. Zu uns kommen Leute und fragen: "Gibt's hier jemanden, der mir mal erklären kann, wie man die Angemessenheit eines Preises beurteilt?" Er könne sich andere Messen vorstellen, wo man sich nicht gerne als Anfänger zu erkennen gebe.

Ein Gemälde von Harding Meyer, davor ein Betrachter (Foto: dpa)

Ein stummer Betrachter - Anfänger-Fragen sind erlaubt

An junge Sammler richten sich auch 31 Aussteller, die in einem eigenen Hallenteil "interdisziplinäre Kunst-Inszenierungen" zeigen, also Schrilles und Schräges. Diese der Art.Fair angeschlossene Abteilung läuft unter dem Namen "Blooom".

Das Rheinland sei traditionell besonders reich an Sammlern, und vielfach kämen nun 25-Jährige, die mit den Kunstsammlungen ihrer Eltern aufgewachsen seien, sagte Lohaus. Der Galerist Michael Draheim ergänzte, er schätze an der Messe den jungen Touch: "Sie ist nicht so muffig, nicht so fein."

Im vergangenen Jahr zog die Art.Fair rund 32.000 Besucher an. Die Kunstliebhaber kamen vor allem aus dem Westen Deutschlands und aus den angrenzenden Benelux-Ländern. Die Veranstalter erwarten zu dieser zehnten Art.Fair einen neuen Besucherrekord. Eröffnet wurde die Kunstmesse von Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

qu/uh (dpa, Art.Fair)

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