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Aktuell Deutschland

Kundgebung der "Festung Europa" von Gegendemos begleitet

Die im Dunstkreis von Pegida agierende fremdenfeindliche Bewegung "Festung Europa" hat in Dresden ihre zweite Veranstaltung abgehalten. Gegendemonstranten machten ihrem Unmut Luft.

In Sprechchören forderten die Asylgegner von "Festung Europa", um den Kontinent herum die "Grenzen dicht zu machen". Rein zahlenmäßig blieb die Gegendemonstration in unmittelbarer Nähe der fremdenfeindlichen Kundgebung übersichtlich. Nach Angaben der Studentenorganisation "Durchgezählt" kamen etwa 2000 bis 2800 Teilnehmer zu "Festung Europa" und 200 bis 250 zur Kundgebung gegen ausländerfeindliche Umtriebe. Da sich der Gegenprotest an mehreren Schauplätzen Dresdens abspielte, dürfte die Zahl der Gegendemonstranten bei mehreren Hundert gelegen haben.

Auf dem Dresdner Postplatz begann am Abend eine Veranstaltung des Bündnisses "Herz statt Hetze" für Toleranz und Weltoffenheit. Sie steht unter dem Motto "Musik bewegt die Welt - Bühne frei für ein Miteinander in Dresden".

Kundgebung von Herz statt Hetze in Dresden (Foto: picture-alliance/dpa)

Kundgebung von "Herz statt Hetze" - die Veranstaltung versteht sich als Gegenentwurf zu den fremdenfeindlichen Demos

Für den musikalischen Teil der Aktion wurde auch der syrisch-palästinensische Flüchtling Aeham Ahmad angekündigt. Der Pianist wurde 2015 mit dem Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte ausgezeichnet. Er hatte Bekanntheit erlangt, weil er in den zerbombten Straßen der syrischen Hauptstadt Damaskus auf einem Klavier gespielt hatte.

"Festung Europa" definiert sich als europaweite Bürgerbewegung. Tatsächlich traten am Montag Redner aus mehreren Ländern auf. Sie eint die strikte Ablehnung des Islams und die Angst vor Migration aus diesem Kulturkreis. Erstmals trat die Bewegung im Februar in Erscheinung. Weitere Auftritte in Dresden wurden angekündigt. Wortführerin bei der "Festung Europa" ist Tatjana Festerling, die schon seit Wochen nicht mehr bei Pegida (kurz für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") aufgetreten war und damit Spekulationen um ihr Verhältnis zu Pegida-Chef Lutz Bachmann nährte.

Laut Polizei gab es bis zum Abend keine Auseinandersetzungen zwischen den Demonstrantengruppen. Getrennt wurden beide Lager von einem großen Polizeiaufgebot.

qu/hf (dpa, epd, MDR)

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