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Kultur

Kulturzentrum nimmt Flüchtlinge auf

Das Hamburger Kulturzentrum Kampnagel gibt sechs "Lampedusa"-Flüchtlingen ein Winterquartier. Ab Januar soll es in den Aktionsräumen einmal im Monat einen offenen Jour fixe zum interkulturellen Austausch geben.

Es sei über die reine Unterbringung hinaus ein künstlerisches Projekt, sagte Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard. Die sechs Frauen und Männer könnten sich kreativ in die künstlerische Arbeit und in den Stadtteil Hamburg-Barmbek einbringen. Sie erhofft sich eine weitreichende "Strahlkraft" der Aktion.

Untergebracht werden die Flüchtlinge in der "Roten Flora", einem Nachbau des linksalternativen autonomen Zentrums in der Hafenstadt. Er wurde im Sommer als Spielort genutzt und jetzt winterfest gemacht. Außerdem wurden auf den 80 Quadratmetern Zimmer zu je 10 qm sowie eine Küche und Sanitäranlagen installiert. Die Finanzierung des Umbaus erfolgte über Crowdfunding und Spenden.

Nur bis Mai

Die Begegnungsstätte "Ecofavela Lampedusa-Nord" stünde den Flüchtlingen allerdings nur bis Mai 2015 zur Verfügung, teilte das Künstlerkollektiv "Baltic Raw" mit. Die Flüchtlinge von Kampnagel sind Teil der Lampedusa-Gruppe, die bei der Ausländerbehörde bislang nicht registriert sind und keine gültigen Aufenthaltspapiere besitzen. Sie strandeten auf ihrer Flucht aus Afrika auf der italienischen Insel Lampedusa und wurden von den dortigen Behörden nach Deutschland weitergeschickt.

Wer in die "Rote Flora" kommt, haben die Flüchtlinge selbst entschieden. Den ersten Kontakt stellte Móka Farkas, Dramaturgin von Baltic Raw, her. Das Kunstprojekt startet am kommenden Dienstag (2.12.).

suc/pj (dpa/ ha)