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Aktuell Kultur

Kult-Produzent Menahem Golan gestorben

Der israelische Filmproduzent und ehemalige Hollywood-Studio-Besitzer Menahem Golan starb am Freitag im Alter von 85 Jahren in Tel Aviv. Von 1979 bis 1989 gehörte er in den USA zu den führenden Filmbossen.

Nach einem Familienbesuch habe Golan das Bewusstsein verloren, berichteten israelische Medien in der Nacht zum Samstag. Die Wiederbelebungsversuche der Sanitäter blieben erfolglos.

Zu seinen aktiven Zeiten in Hollywood gehörte Menahem Golan zu den mächtigsten Filmbossen der Branche. Gemeinsam mit seinem Cousin Yoram Globus leitete er die legendäre Produktionsfirma Cannon, die zwischen 1979 und 1989 mehr als 40 Streifen pro Jahr auf den Markt brachte. Der ehrgeizige Selfmade-Man Golan entdeckte Stars wie Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme oder Sharon Stone, sein Konzern besaß 1200 Kinos in den USA und Europa und erwirtschaftete Umsätze von bis zu einer Milliarde Dollar jährlich.

B-Produktionen und künstlerischer Anspruch

Menahem Golan wurde am 31. Mai 1929 in Tiberias am See Genezareth geboren. Nach mehreren Aufenthalten in Europa zog er Alter von 30 Jahren in die USA. Dort arbeitete er für den bekannten Regisseur und Produzenten Roger Corman, bevor er selbst als Regisseur und Produzent ins Filmgeschäft einstieg. Neben Billigstreifen setzte er sich auch für anspruchsvolle künstlerische Produktionen ein: So stellte er Jean-Luc Godard für die Verfilmung King Lears nach Shakespeare seine Studios ebenso zur Verfügung wie Franco Zeffirelli, der bei ihm die Verdi-Oper "Otello" drehte. Kostspielige Projekte wie Roman Polanskis aufwändiger Film "Piraten" oder "Superman 4" trieben seinen Konzern in die Verschuldung. 1989 ging die Firma bankrott.

"Er atmete Kino"

Golan kehrte Mitte der 1990er Jahre nach Israel zurück und drehte bis 2008 als Regisseur weiter Filme, darunter "Gianni Versace - Der Mord". Darin spielt Franco Nero die Rolle des 1997 in Miami ermordeten italienischen Modeschöpfers.

Insgesamt hat Menahem Golan im Laufe seines Lebens rund 200 Filme produziert. Sehr betroffen äußerte sich Yoram Globus zum Tod seines Cousins: "Menahem lebte, atmete und aß Kino, und er ist fraglos eines der Gründungsmitglieder der israelischen Kinolandschaft und ihrer internationalen Popularität."

suc/ wl (dpa)