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Aktuell Amerika

Kubaner dürfen künftig auch frei per Schiff reisen

Mehr Reisefreiheit auf der sozialistischen Karibikinsel: Havanna erlaubt den Bürgern, nun auch Schiffe frei zu besteigen. Gekippt wird ein jahrzehntealtes Verbot, mit dem die Flucht der Menschen verhindert werden sollte.

Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen der kubanischen Hauptstadt Havanna (Foto: imago stock&people)

Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen der kubanischen Hauptstadt Havanna

Kubas Regierung erlaubt ihren Bürgern, künftig auch auf Schiffen ein- und auszureisen. Bislang benötigten Kubaner eine Sondergenehmigung, selbst wenn sie nur mit kleinen Schiffen in See stechen wollten. Von Dienstag an streicht der sozialistische Karibikstaat dieses seit Jahrzehnten geltende Verbot, wie aus einer Mitteilung in der Parteizeitung "Granma" hervorging. Das Verbot hatte politische Gründe: In den vergangenen Jahrzehnten flohen Zehntausende Menschen mit oft kaum seetüchtigen Booten aus dem Land.

Die aktuelle Reform wurde der Ankündigung nach im Rahmen der historischen Annäherung zwischen Kuba und den USA beschlossen. Im Rahmen einer langsamen politischen Öffnung hatte die Regierung von Staatschef Raúl Castro bereits Anfang 2013 eine Reform in Gang gesetzt, die den Kubanern Reisen ins Ausland ohne Sondergenehmigung erlaubte. Bislang durften sie allerdings nur mit dem Flugzeug ein- und ausreisen, nicht an Bord von Schiffen. Das Schiffverbot galt auch für Exilkubaner. Dies hatte in den vergangenen Wochen zu Problemen bei neuen Annäherungsmaßnahmen zwischen Kuba und den USA geführt.

US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raul Castro Kuba am 21. März 2016 in Havanna (Foto: Reuters/C. Barria)

Historischer Besuch: US-Präsident Obama im März in Havanna als Gast von Kubas Staatschef Castro

US-Kreuzfahrtriese Carnival will Karibikstaat ansteuern

US-Präsident Barack Obama und Raúl Castro hatten Ende 2014 eine Wende in den jahrzehntelang zerrütteten Beziehungen ihrer Länder eingeleitet. Das US-Kreuzfahrtunternehmen Carnival hatte vor etwa einem Monat angekündigt, dass es von Mai an erstmals nach Jahrzehnten wieder kubanische Häfen ansteuern würde. Von den Fahrten waren aber zunächst Kubaner und Kuba-stämmige Amerikaner ausgeschlossen. Grund waren der Firma zufolge die in Kuba bestehenden gesetzlichen Restriktionen. Carnival machte kurz danach einen Rückzieher, unter anderem, weil Vertreter der kubanischen Exilgemeinde in den USA wegen Diskriminierung vor Gericht zu ziehen drohten. Die Firma werde Buchungen von Kubanern akzeptieren und hoffe auf Veränderungen der kubanischen Gesetze, hieß es Anfang dieser Woche bei dem Unternehmen.

Im Rahmen der aktuellen Reform sollen die Kubaner auch auf Kreuzfahrt- und Handelsschiffen arbeiten dürfen. Die auf der Insel lebenden Menschen müssten über örtliche Arbeitsagenturen eingestellt werden. Zudem sollen Kubaner künftig auch an Bord von Jachten reisen dürfen. Diese Maßnahme werde allerdings erst später umgesetzt, hieß es in der "Granma".

sti/fab (dpa, afp)