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Aktuell Amerika

Kuba und Mexiko wollen Flüchtlingsstrom regulieren

Zuletzt kamen immer mehr kubanische Migranten über Mexiko in die USA. Wie kann man mit diesem Flüchtlingsstrom umgehen? Die Präsidenten von Kuba und Mexiko wollen darauf eine Antwort gefunden haben.

Treffen in Mexiko: Präsident Nieto (li.) und sein kubanischer Amtskollege Castro

Das Bild täuscht nicht: Mexikos Präsident Nieto (links) und Kubas Präsident Castro waren sich in vielen Fragen einig

Bei seinem ersten Staatsbesuch in Mexiko hat sich der kubanische Präsident Raúl Castro mit seinem Amtskollegen Enrique Peña Nieto auf einen Maßnahmenkatalog zur Einwanderung geeinigt.

Damit werde eine geordnete und sichere Migration ermöglicht, sagte der mexikanische Staatschef in der Stadt Mérida im Bundesstaat Yucatán an der Golfküste. Einzelheiten des Memorandums wurden bislang allerdings nicht bekannt.

Sorgt Tauwetter für schärfere Einreiseregeln?

Zuletzt versuchten immer mehr Kubaner, über Mexiko in die USA zu gelangen. Angesichts des politischen Tauwetters zwischen Havanna und Washington befürchten viele Kubaner aber nun offenbar, dass sie künftig nicht mehr so einfach in den Vereinigten Staaten aufgenommen werden. In diesem Jahr durchquerten bereits mindestens 9000 Kubaner Mexiko, um von da aus weiter Richtung Norden zu gelangen.

Die mexikanischen Einwanderungsbehörden halfen ihnen dabei. Sie stellten den Migranten einen 20 Tage gültigen Passierschein aus. Die meisten durften damit in die USA reisen, wo sie zumindest bislang als Flüchtlinge aus dem sozialistischen Kuba relativ leicht eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten.

Bei dem Treffen in Mérida ging es aber nicht nur um die Flüchtlingsfrage in der Karibik-Region. Kubanische und mexikanische Regierungsvertreter unterzeichneten außerdem auch Abkommen über Handel, Tourismus und Bildung. Mexiko gilt als traditioneller Partner der sozialistischen Regierung auf der Karibikinsel. Nachdem das Verhältnis während der konservativen mexikanischen Regierungen in den Jahren zwischen 2000 bis 2012 etwas abgekühlt war, haben sich die Beziehungen seit Peña Nietos Amtsantritt wieder verbessert.

"Kuba ist ein Bruderstaat"

"Die Karibik trennt uns nicht, sie vereint uns", sagte Mexikos Präsident. "Wir sehen Kuba als Bruderstaat." Auch Castro beschwor die besondere Beziehung beider Länder: "Wir werden niemals vergessen, dass Mexiko nach der Revolution als einziges lateinamerikanisches Land seine diplomatischen Beziehungen zu Kuba nicht abgebrochen hat."

Mexiko ist Kubas drittwichtigster Wirtschaftspartner in Lateinamerika. Im vergangenen Jahr lag das Handelsvolumen bei 374 Millionen US-Dollar. Mexiko unterstütze die Erneuerung des wirtschaftlichen und sozialen Modells in Kuba, teilte das Außenministerium in Mexiko-Stadt mit.

haz/ml (dpa, rtr, afp)