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Aktuell Amerika

Kuba-Streit spaltet Amerika-Gipfel

Am Ende gab es nur ein "Familienfoto", aber keine Abschlusserklärung. Der Konflikt über den Status Kubas hat den Amerika-Gipfel in der Sackgasse enden lassen. Für Schlagzeilen am Rande des Gipfels sorgte eine Sex-Affäre.

Trotz aller Appelle zum Dialog und zur Einheit hat der Streit über den Umgang mit Kuba den Amerika-Gipfel im kolumbianischen Cartagena entzweit. Das Treffen von fast 30 Staats- und Regierungschefs endete ohne eine gemeinsame Abschlusserklärung. "Es gibt keine Erklärung, weil es keinen Konsens gibt", teilte der Gastgeber, Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, bei der Abschlusspressekonferenz mit. Man sei allerdings überein gekommen, sich in drei Jahren in Panama zu treffen.

USA: Veto!

Der jahrzehntelange Streit über den Umgang mit dem 1962 aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ausgeschlossenen Kuba war eines der beherrschenden Themen des zweitägigen Amerika-Gipfels. Nahezu alle Länder Lateinamerikas waren sich einig, dass Kuba beim nächsten Gipfel 2015 dabei sein soll. Doch die USA hielten an ihrem Veto in der Frage fest. "Wenn universelle Menschenrechte vorenthalten werden, die Unabhängigkeit der Rechtsprechung, der Gesetzgebung oder der Pressefreiheit bedroht werden, dann werden wir die Stimme erheben", sagte US-Präsident Barack Obama mit Blick auf den kommunistischen Inselstaat.

Obama lehnte in Cartagena zudem Vorschläge für eine Legalisierung von Drogen ab. "Ich persönlich und meine Regierung denken, dass dies nicht die Antwort ist", betonte der US-Präsident. Auch Uneinigkeit über die von Argentinien geltend gemachten Ansprüche auf die zu Großbritannien gehörenden Falkland-Inseln trug zur Spaltung des Gipfels bei.

Affäre!?

Wirbel löste am Wochenende ein Skandal um mutmaßliche Prostituierten-Besuche von Mitarbeitern des "Secret Service" am Gipfelort aus. Wie die US-Behörde mitteilte, wurden elf Agenten und uniformierte Offiziere suspendiert. Auslöser des Skandals war offenbar ein Agent, der eine Frau zunächst nicht für deren Liebesdienste bezahlen wollte. Daraufhin wurde die US-Botschaft eingeschaltet. Der "Secret Service" ist für den Schutz des US-Präsidenten verantwortlich.

wa/kle (dapd, dpa)