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Ein langer Abschied

Kuba nimmt Abschied von Fidel Castro

Seit neun Tagen trauert Kuba um seinen früheren Staatschef. Jetzt hat der Konvoi mit der Urne sein Ziel erreicht: Santiago de Cuba. Zehntausende Menschen sind gekommen, um sich vom "Comandante" zu verabschieden.

Die Stadt im Südosten des Karibikstaates gilt als Wiege der kubanischen Revolution, hier soll die Urne mit der Asche des am 25. November im Alter von 90 Jahren verstorbenen kubanischen Revolutionsführers beigesetzt werden. Mit der Zeremonie auf dem Friedhof Santa Ifigenia endet die neuntägige Staatstrauer.

Zehntausende Menschen begrüßten den olivgrünen Jeep, der die in eine Staatsflagge gehüllte Urne seit Mittwoch vom Revolutionsplatz in der Hauptstadt Havanna in das mehr als 900 Kilometer entfernte Santiago gebracht hatte. Auf dem Platz Antonio Maceo skandierten sie "Fidel - Freund - das Volk ist bei dir" und schwenkten kubanische Flaggen.

An den Beisetzungsfeierlichkeiten nehmen unter anderen der venezolanische Präsident Nicolás Maduro, der bolivianische Staatschef Evo Morales und die brasilianischen Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Rousseff sowie die Fußballlegende Diego Maradona teil.

Letzte Ehrung zu Ehren des ehemaligen kubanischen Führers Castro in Santiago de Cuba (Reuters/C. Barria)

Letztes Geleit: Rousseff, Lula, Raúl Castro und Maduro (von links)

Der Trauerkonvoi hatte zahlreiche Städte des sozialistischen Staates passiert. Hunderttausende Menschen gingen dafür auf die Straße. Für die Zeit gab es ein Alkoholverbot; Konzerte und Sportveranstaltungen wurden abgesagt.

Der Trauerzug nahm den umgekehrten Weg der von Kubas Revolutionären sogenannten "Karawane der Freiheit".  Im Januar 1959 zogen die Rebellen unter Fidel Castros Führung nach dem Sieg über die Truppen des Diktators Fulgencio Batista in einem Triumphzug von Santiago de Cuba nach Havanna.

Kuba Beisetzung Fidel Castro (Reuters/C. Garcia Rawlins)

Ankunft in Santiago de Cuba

Castro hatte bis zur Machtübergabe an seinen Bruder Raúl 2006 das Land rund 47 Jahre lang regiert. Anders als sein Bruder, der Kuba nach außen abschottete, leitete Raúl Castro einen vorsichtigen Öffnungskurs ein. Dazu gehört auch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum einstigen Erzfeind USA. Der Bevölkerung erlaubte er etwas privates Unternehmertum. Die Kubaner dürfen nun in Gastronomie, Tourismus und Handwerk auf eigene Rechnung arbeiten.

Absage an Personenkult

Künftig sollen in Kuba keine Denkmäler für den verstorbenen Revolutionsführer errichtet werden. Er habe ausdrücklich angeordnet, dass weder Monumente für ihn gebaut noch Straßen oder Institutionen nach ihm benannt werden sollen, sagte sein Bruder und Nachfolger Raúl in Santiago de Cuba.

qu/cgn (afp, dpa, epd, rtr)

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