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Aktuell Welt

Kuba kündigt große Militärübung an

Das Militärmanöver soll die Wehrfähigkeit Kubas demonstrieren und die Bevölkerung auf "mögliche feindliche Aktionen" vorbereiten, hieß es von der Regierung. Eine Verbindung zum Wahlsieg Trumps wurde nicht hergestellt.

Die kubanische Regierung verkündete eine fünftägige landesweite Militärübung, die Truppenbewegungen und Explosionen beinhalten werden. An der Übung "Bastión" werden vom 16. bis 18. November Streitkräfte und Einheiten des Innenministeriums teilnehmen, teilte das Verteidigungsministerium mit. "Das Ziel ist es, die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu steigern und die Truppen und Bevölkerung auf verschiedene feindliche Aktionen vorzubereiten", so die Ankündigung in der offizielle Zeitung der kommunistischen Partei "Granma". 

Die Regierungspartei stellte keine direkte Verbindung zwischen den Militärübungen und dem Wahlsieg Donald Trumps her. Bisher hat sie sich noch nicht offiziell zum Ausgang der US-Wahl geäußert.

Schon mehrmals Manöver "Bastión" 

Das Militärmanöver "Bastión" wurde schon siebenmal durchgeführt, erstmals 1980 nach dem Wahlsieg des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Ronald Reagan. Zuletzt hatten sich die einstigen Erzfeinde USA und Kuba nach jahrzehntelanger Eiszeit vorsichtig angenähert. In den letzten beiden Jahren hatte US-Präsident Obama wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen und zu einer Entspannung der Reise- und Handelsbeziehungen beigetragen.

Kuba Zeitung Granma (Getty Images/AFP/A. Roque)

Aus der Regierungszeitung erfahren die Kubaner von dem geplanten Militärmanöver

Trump hatte die Annäherung im Wahlkampf zunächst unterstützt. Später drohte er allerdings diese Fortschritte rückgängig zu machen, wenn Präsident Raúl Castro nicht auf die Forderungen der USA eingehe, mehr politische Freiheit auf der Insel zuzulassen. Das wird aber als nahezu unmögliches Zugeständnis angesehen. 

Trump wird Druck auf Kuba erhöhen

In einem Interview mit CBS Mitte Oktober sagte Trump, dass er alles Notwendige tun werde, um "eine starke Vereinbarung" mit der kubanischen Regierung zu erhalten, ohne weitere spezifische Angaben zu machen. Diese Aussagen würden zwar darauf hindeuten, dass er nicht sofort das kommerzielle, wirtschaftliche und politische Engagement der USA in Kuba rückgängig machen, die Bedingungen dafür aber erhöhen werde, sagte John Kavulich, Chef des in New York ansässigen Trade and Economic Council.

In Havanna drückten viele Kubaner ihre Enttäuschung über den Wahlausgang in den USA aus. Ihre Hoffnung auf eine Fortsetzung der Entspannung zwischen den beiden Ländern, die ihr Land aus der Isolation herausholen könnte, sei mit Trumps Sieg ausgelöscht worden.

mar/mak (dpa, ap, rtre)