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Kuba gibt Waffentransport nach Nordkorea zu

Die Regierung Kubas hat eingeräumt, einen in Panama gestoppten nordkoreanischen Frachter mit Waffen beladen zu haben. Es handele sich um veraltetes, defensives Gerät, hieß es in Havanna.

Die Rüstungsgüter sollten in Nordkorea repariert und "waffentechnisch" überholt werden, und dann nach Kuba zurückgebracht werden, teilte das Außenministerium in Havanna mit. Vor der Einfahrt in den Panama-Kanal hatten die Behörden des mittelamerikanischen Staates das nordkoreanische Frachtschiff "Chong Chon Gang" (Artikelbild) wegen des Verdachts gestoppt, es könne Drogen schmuggeln. Bei einer Durchsuchung wurden dann unter großen Mengen Zucker Container mit Waffenteilen gefunden.

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Kuba bestätigt Waffentransport nach Nordkorea

Nach kubanischer Dastellung wurde das nordkoreanische Frachtschiff außer mit 10.000 Tonnen Zucker auch mit 240 Tonnen "defensive Waffen" beladen. Dabei handele es sich unter anderem um Luftabwehrsysteme, zwei komplette Raketen, neun zerlegte Raketen, zwei Mig-21-Kampfflugzeuge und 15 Flugzeugmotoren - alles aus sowjetischer Produktion.

Die Regierung Panamas bat inzwischen die USA und Großbritannien, bei der Analyse des Kriegsgeräts zu helfen. Panamas Sicherheitsminister José Raul Molino sagte, der Vorgang sei ein Fall für die Vereinten Nationen. Möglicherweise wurde mit der Fracht gegen das für Nordkorea geltende UN-Waffenembargo verstoßen. Gemäß der UN-Resolution 1874 dürfen Mitgliedstaaten alle nordkoreanischen Frachten kontrollieren, die zu Lande, zu Wasser und zur Luft transportiert werden.

Das kommunistische Kuba unterhält traditionell enge Beziehungen zum kommunistischen Nordkorea. Die UN haben gegen das Regime in Pjöngjang wegen dessen umstrittenen Atomprogramms Sanktionen verhängt. Sie waren nach einem dritten nordkoreanischen Atomwaffentest im Februar nochmals verschärft worden. Die USA und und Südkorea begrüßten denn auch das Vorgehen der Behörden Panamas gegen den Frachter "Chong Chon Gang".

wl/uh (dpa, rtr, afp)

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