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Deutschlehrer-Info

„Kruso“ mit Deutschem Buchpreis ausgezeichnet

Der Deutsche Buchpreis ist eine Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres. Erhalten hat ihn dieses Jahr der Autor Lutz Seiler für sein Werk „Kruso“ – ein Inselabenteuer aus der Endzeit der DDR.

Die Geschichte des Deutschen Buchpreises reicht nicht weit zurück: 2005 verlieh der Börsenverein des deutschen Buchhandels diese Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres zum ersten Mal. Doch innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Preis zu einer der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur – auch, weil sich die Preisträger regelmäßig weit oben auf den Bestsellerlisten finden lassen. Gewinner 2014 ist der Roman „Kruso“ des Schriftstellers Lutz Seiler.

Der 51-jährige Lutz Seiler ist eigentlich ein Lyriker, der bereits mehrere prämierte Gedicht- und Erzählbände veröffentlicht hat. Mit „Kruso“ hat er seinen ersten Roman geschrieben. Er handelt von dem jungen DDR-Bürger Edgar Bendler, der nach dem Tod seiner Freundin im Sommer des Jahres 1989 auf die Insel Hiddensee in der Ostsee reist. Dort trifft er Aussteiger, Gestrandete und Außenseiter des DDR-Regimes, denn Hiddensee war lange Zeit Zufluchtsort für viele Ausreisewillige. Von hier aus wollten immer wieder DDR-Bürger über die Ostsee aus dem Land fliehen, viele starben dabei.

Der heimliche Anführer dieser „Schiffbrüchigen“ auf Hiddensee ist Alexander Dimitrijewitsch Krusowitsch, der Kruso genannt wird – eine Anspielung auf Daniel Defoes Robinson Crusoe. Zwischen Edgar und dem deutlich älteren Kruso entwickelt sich bald eine Freundschaft. „Kruso steht für ein Modell von Freiheit, die er auf dieser Insel verwirklichen will. Die befinden sich auf hoher See, getrennt von der Gesellschaft durch das Wasser“, beschreibt Seiler seine Titelfigur.

Die Jury sprach in ihrer Begründung von einer „packenden Robinsonade“, die als wortgewaltige Geschichte eines persönlichen und historischen Schiffbruchs zu lesen sei, und lobte Seilers „vollkommen eigenständige poetische Sprache, seine sinnliche Intensität und Welthaltigkeit.“ Seiler erhält für den am 6. Oktober verliehenen Preis 25.000 Euro, jeweils 2500 Euro erhalten die fünf Autoren und Autorinnen, die ebenfalls nominiert waren und auf der sogenannten Shortlist standen.

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