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Fokus Osteuropa

Kroatisches Helsinki Komitee vor dem Aus?

Das Kroatische Helsinki Komitee (HHO), die älteste und angesehenste kroatische Nichtregierungsorganisation, steht kurz vor dem Aus. Die Menschenrechtsorganisation versucht, mit ungewöhnlichen Aktionen Geld zu erhalten.

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Leere Taschen bei NGO

Der Ursprung der finanziellen Krise des HHO liegt darin, dass sich ausländische Geldgeber immer mehr aus Kroatien zurückgezogen haben. Die kroatische "Stiftung für die Entwicklung der Zivilgesellschaft" deckt nur etwa zehn Prozent der Mittel ab, die das HHO benötigt.

Viel Arbeit bereits getan

Das HHO hat bislang eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der zivilgesellschaftlichen Strukturen sowie beim Schutz nationaler, sozialer und arbeitspolitischer Rechte der Bürger in Kroatien gespielt. Aber mit der Annäherung Kroatiens an die Europäische Union sinke das Interesse an der Arbeit der Nichtregierungs-Organisationen im Land, erläutert Zarko Puhovski, einer der wichtigsten Mitglieder des HHO. "Die Situation der Menschenrechte in Kroatien hat sich normalisiert, wir haben keine Arbeit mehr mit schweren Rechtsverletzungen." Vor zehn Jahren sei die Lage noch anders gewesen. Damals hatte das Helsinki Komitee 33 Beschäftigte.

Spenden-Aufruf

Wenn die Organisation weiterhin bestehen will, müssen neue Finanzierungswege erschlossen werden. Zum Beispiel hat sie mit einem Offenen Brief die Bürger zu Spenden aufgerufen. Man erwarte keine Unsummen, es gehe eigentlich nur um Kleinbeträge. "Wir machen uns nichts vor: Das kroatische Helsinki Komitee ist nicht besonders populär", so HHO-Direktor Srdjan Dvornik. "Die Arbeit wurde immer kontrovers begleitet, warum auch immer." Dennoch sind zivilgesellschaftliche Organisationen wie das HHO für die Konsolidierung der kroatischen Demokratie von großer Bedeutung auch weiterhin. Das HHO hofft, dass das auch potentielle Geldgeber so sehen.

Gordana Simonovic, DW-Kroatisch, 29.10.2007