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Fokus Osteuropa

Kroatischer Journalist wird für mutigen Investigativ-Journalismus geehrt

Dusko Miljus erhält den diesjährigen Leipziger Medienpreis. Der Journalist ist in seiner Heimat wegen seines Einsatzes für eine freie Berichterstattung zur Symbolfigur geworden.

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Preisträger Dusan Miljus

Der Journalist der Zagreber Tageszeitung Jutarnji List, Dusko Miljus, hat zusammen mit zwei Kollegen – dem Italiener Roberto Saviano und dem Türken Ahmet Altan - den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien erhalten. Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, verleiht den mit 30.000 Euro dotierten Preis für besonderen Einsatz für freie Berichterstattung. Zur Begründung hieß es, Dusko Miljus, der seit einem Angriff durch einen Unbekannten unter ständigem Polizeischutz steht, sei zur Symbolfigur eines mutigen Journalismus in Kroatien geworden. Die Deutsche Welle sprach mit ihm über die Auszeichnung und seine Arbeit.

Deutsche Welle: Herr Miljus, Sie sind Preisträger des Leipziger Medienpreises, einem sehr anerkannten Preis unter Journalisten. Was empfinden Sie angesichts des Votums der Jury?

Dusko Miljus: Es ist eine große Anerkennung und Befriedigung für meine Berichte über die organisierte Kriminalität. Insbesondere ist es für mich eine große Anerkennung, dass ich den Preis von Kollegen in Deutschland bekommen habe, die die Gefahren für Journalisten wahrnehmen. Vor allem für diejenigen von uns, die über organisierte Kriminalität und Korruption investigativ berichten.

Wie ist der Stand der Ermittlungen nach dem Überfall auf Sie?

Die Ermittlungen laufen bereits seit 15 Monaten. Ich weiß nicht, ob es Fortschritte gibt, ich weiß nicht, ob dieser Fall gelöst wird. Die Polizei versichert der Öffentlichkeit und mir, dass sie sehr intensiv daran arbeitet und hofft, dass nicht nur der oder die Täter, sondern auch die Auftraggeber gefasst werden. Ich bin mir aber auch bewusst, dass solche Fälle schwer zu lösen sind, weil diejenigen, die den Angriff in Auftrag gegeben, vorbereitet und durchgeführt haben, wahrscheinlich alles unternehmen, um nicht gefasst zu werden. Ich muss allerdings zugeben, dass diese lange Zeitspanne mich ein wenig deprimiert, weil es bekannte Fälle, auch lange zurückliegende Fälle gibt, bei denen jahrelang an einer Aufklärung gearbeitet wird. Ich fürchte, je mehr Zeit vergeht, desto kleiner sind die Chancen auf eine Lösung des Falles. Ich wünsche mir, dass die Polizei mich in diesem Punkt eines Besseren belehrt.

Sie sind zur Symbolfigur eines mutigen Journalismus in Kroatien geworden. Doch seit dem Überfall leben Sie unter Polizeischutz. Was bedeutet das für Sie?

Das Leben ist unter diesen Umständen nicht einfach - aus privaten und beruflichen Gründen. Zudem wirft die Tatsache, dass in Kroatien mehrere Journalisten unter Polizeischutz stehen, ein sehr schlechtes Licht auf die Lage der Medien, aber auch auf die Sicherheitslage. Die Tatsache, dass Journalisten unter Polizeischutz arbeiten müssen, ist ein Lackmustest für sehr viel seriösere und ältere demokratische Staaten. Dabei denke ich an meinen Kollegen Roberto Saviano, der in Italien unter ständigem Polizeischutz steht und immer wieder seinen Aufenthaltsort ändern muss, weil die Mafia praktisch ein Todesurteil gegen ihn verhängt hat. Ich glaube, dass auch die häufigen Übergriffe auf Journalisten im vergangen Jahr in Kroatien für ein schlechtes Image nach außen sorgen.

Autorinnen: Gordana Simonovic / Mirjana Dikic

Redaktion: Birgit Görtz

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