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Sport

Kroatien schlägt Kamerun

Im dampfenden Feuerkessel von Manaus finden sich die Kroaten weit besser zurecht als Kamerun und feiern einen klaren Erfolg. Die Afrikaner schwächen sich selbst, zeigen am Ende offene Streitigkeiten auf dem Feld.

Es waren 73 Minuten gespielt im schwül-heißen Klima von Manaus: Kameruns Torhüter Charles-Hubert Itandje stand da, die Fäuste in die Hüften gestemmt und schüttelte den Kopf. Schon wieder musste er den Ball aus seinem Netz holen. Soeben hatte Kroatiens Mario Mandzukic unbedrängt zum 4:0 (1:0)-Endstand eingeschoben. Die Partie war entschieden und Kamerun ohne Chance noch das Achtelfinale zu erreichen.

Dabei erwischte das von Volker Finke trainierte Team aus Afrika den besseren Start. Benjamin Moukandjo tauchte zweimal gefährlich vor dem kroatischen Tor auf. Doch diese Offensive verpuffte schnell. Stattdessen übernahm das Team von Coach Niko Kovac die Kontrolle über das Spiel. Die Führung der Kroaten war eine Co-Produktion zweier Wolfsburger Bundesliga-Profis: Einen Traumpass von Ivan Perisic brauchte Ivica Olic nur noch einzuschieben (11. Minute). Zwar erspielten sich die Kroaten auch in der Folge weitere Möglichkeiten, Mandzukic und Co. zielten aber zu ungenau. Stattdessen stand der volltätowierte Stürmer des FC Bayern München in anderer Hinsicht im Mittelpunkt: Bei einem Konter der Kroaten verpasste ihm Barcelona-Star Alex Song einen Schlag in den Rücken - Schiedsrichter Pedro Proenca aus Portugal zückte sofort die Rote Karte (40.). "Bis zu dem Zeitpunkt war es ein offenes Spiel", sagte Finke später im ARD-Interview, "aber mit zehn Mann ist es bei diesen klimatischen Bedingungen nicht so leicht."

Madzukic gelingt ein Doppelpack

WM 2014 Gruppe A 2. Spieltag Kamerun Kroatien (REUTERS/Andres Stapff)

Itandje in Kameruns Tor - chancenlos beim dritten Gegentreffer

Nach der Pause dominierte Kroatien klar das Geschehen. Nach einem verunglückten Abstoß von Itandje schnappte sich Ivan Perisic den Ball auf höhe der Mittellinie. Seinem Sprint und seinem Schuss konnten weder die Verteidiger noch Kameruns Torhüter etwas entgegensetzen. Perisic traf zum 2:0 (48.). Danach war die Resignation auf Seiten der „Unzähmbaren Löwen“ deutlich zu spüren, denen bewusst war, dass eine Aufholjagd bei diesen klimatischen Verhältnissen so gut wie unmöglich sein würde. Kroatien nutzte diesen psychologischen Knick und machte weiter Druck. Mit einem Doppelpack sorgte Mandzukic schließlich für die Entscheidung. Zunächst traf er per Kopf nach einer Ecke (61.), wenig später per Abstauber (73.). Weitere gute Möglichkeiten ließen die Kroaten ungenutzt. Auf der anderen Seite gerieten zwei Kameruner Spieler aneinander: Assou-Ekotto traktierte seinen Mitspieler Moukandji mit einem Kopfstoß. Ein Fanal, dass den mangelnden Teamgeist bei den Afrikanern deutlich werden ließ. Vor diesem Hintergrund war Kroatiens Sieg auch in der Höhe völlig verdient. "Wir hätten sogar noch höher gewinnen können", erklärte ein zufriedener Niko Kovac in der ARD. Damit spielt sein Team im letzten Gruppenspiel gegen Mexiko (23.06.2014, ab 22:00 Uhr im DW-Liveticker) um den Einzug ins Achtelfinale.