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Politik & Gesellschaft

Kroatien kommt in die Europäische Union

Die Kroaten haben sich in einer Volksabstimmung mit klarer Mehrheit für den EU-Beitritt ausgesprochen - bei niedriger Beteiligung. Die Aufnahme ist für 2013 geplant.

"Die EU ist eine Chance für den Fortschritt und die Entwicklung aller kroatischen Talente", sagte Regierungschef Zoran Milanovic schon bei der Stimmabgabe. Das Ergebnis gab ist eine Unterstützung seiner Haltung: Rund 67 Prozent gaben ihr Ja für den Beitritt. Schon bei der Loslösung vom ehemaligen Jugoslawien im Jahr 1991 hatte die kroatische Führung die Mitgliedschaft in der EU als Ziel gesetzt.

Dennoch bleibt ein Wehrmutstropfen: Die Beteiligung der rund 4,5 Millionen Wahlberechtigten war mit gut 43 Prozent so niedrig wie nie zuvor bei einer wichtigen Abstimmung in Kroatien.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso begrüßten das Ja der Kroaten zum EU-Beitritt. Der Ausgang der Volksabstimmung sei "eine gute Nachricht für Kroatien, die Region und Europa", erklärten die beiden Repräsentanten der Europäischen Union. Eine Mitgliedschaft werde den Kroaten neue Möglichkeiten eröffnen und Stabilität und Wohlstand ihres Landes mehren.

EU-Gegner fordern Wiederholung der Abstimmung

Obwohl Regierung und Opposition geschlossen für ein Ja zur EU geworben hatten, konnten die Gegner des Beitritts offensichtlich doch punkten und einen Teil der Bürger von der Abstimmung fernhalten. Sie hatten vor dem Verlust der vor 20 Jahren gewonnenen Souveränität und dem Ausverkauf nationaler Interessen gewarnt. Jetzt forderten sie mit Blick auf die niedrige Wahlbeteiligung die Wiederholung der Abstimmung.

Für Befürworter war der Schritt alternativlos

Präsident Ivo Josipovic und Parlamentspräsident Boris Sprem stoßen auf den Beitritt an (Foto: rtr)

Premier Zoran Milanovic, Präsident Ivo Josipovic und Parlamentspräsident Boris Sprem stoßen auf den Beitritt an

Die EU-Befürworter hatten argumentiert, die Mitgliedschaft in der Europäischen Union sei die einzige Chance für das Land, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Ein Nein zu Brüssel führe für das kleine Kroatien unweigerlich in eine "wirtschaftliche und politische Katastrophe".

Die frühere jugoslawische Teilrepublik soll zum 1. Juli 2013 als 28. Mitglied in die EU aufgenommen werden. Die Regierung in Zagreb hatte das Beitrittsabkommen im Dezember unterschrieben. Die derzeit 27 EU-Mitglieder müssen den Beitrittsvertrag noch ratifizieren. Ihr ja gilt als sicher.

Die Verhandlungen über eine Mitgliedschaft laufen seit 2005 zwischen Zagreb und Brüssel. Allerdings gerieten sie wegen eines Grenzkonflikts mit Slowenien immer wieder ins Stocken. Von den einstigen jugoslawischen Teilrepubliken gehört bisher nur Slowenien der EU an. Serbien, Montenegro, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina bewerben sich aber ebenfalls um die Mitgliedschaft.

qu/haz // hp/sti (dpa,rtr,afp,dapd)

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