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Fokus Osteuropa

Kroaten wählen auch in Serbien

Bei den kroatischen Präsidentschaftswahlen waren auch im Nachbarland Serbien und Montenegro etwa 300.000 Menschen stimmberechtigt. Doch nur ein Bruchteil machte von ihrem Recht Gebrauch.

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Die meisten glauben, dass der aktuelle Präsident Stjepan Mesic die Stichwahl in zwei Wochen für sich entscheiden wird. Die Bevölkerung in Serbien erhoffte sich bereits in der ersten Wahlrunde einen Sieg für den Kandidaten Stjepan Mesic. Denn er hat sich bereits als guter Gesprächspartner für Belgrad erwiesen und mit ihm könnten auch die sensibelsten Fragen erörtert werden, ohne dass zwischenstaatliche Spannungen hervorgerufen würden, sagte ein offizieller serbischer Vertreter.

Unter den wenigen Analysten, die sich über die Feiertage in Belgrad befinden, herrscht indes eine andere Meinung vor. Sie vertreten mehrheitlich die Ansicht, dass es keine große Bedeutung mehr habe, wer in Kroatien die Präsidentschaftswahlen gewinnt. Das Nachbarland habe nämlich seine außen- und innenpolitische Orientierung allein dadurch bestimmt, dass es offiziell den Kandidatenstatus für die EU-Mitgliedschaft erhalten habe. Auch wenn die Kandidatin der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ), Jadranka Kosor, den Wahlsieg erringen würde, könne dies Kroatien nicht zurückwerfen. Es würde lediglich einige Annäherungsprozesse verzögern.

Fast so viele Beobachter wie Wähler

Der Vorsitzende des Regionalen Rates für Flüchtlingshilfe in der Vojvodina, Radenko Popic, verfolgt die politischen Ereignisse in den Nachbarstaaten im Detail. Popic sagte, in Serbien und Montenegro hätten sich rund 30.000 Einwohner, die aufgrund doppelter Staatsbürgerschaft oder ihres Flüchtlingsstatus stimmberechtigt seien, an den Präsidentschaftswahlen in Kroaten beteiligen können. "Persönlich habe ich gehofft, dass die Wähler aus Serbien und Montenegro Mesic unterstützen und somit seine demokratische Position sowie seine Bemühungen um die Flüchtlingsrückkehr. Es hat sich jedoch erneut von den 30.000 Stimmberechtigten lediglich eine verschwindend geringe Zahl an den Wahlen beteiligt. Ferner müssen wir uns vor Augen führen, dass fast tausend Wahlbeobachter anwesend waren – fast so viele Beobachter wie Wähler."

In Serbien und Montenegro wurde in sieben Wahllokalen votiert. Einschätzungen zufolge ist die Wahlbeteiligung auch deswegen so gering ausgefallen, weil den Wahlen in serbischen Medien nur symbolisch Platz eingeräumt wurde.

Ejub Stitkovac, Belgrad, DW-RADIO / Serbisch, 3.1.2005