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Politik

Kroaten müssen in die Stichwahl

Bei der Präsidentenwahl in Kroatien hat sich keiner der Kandidaten auf Anhieb die nötige absolute Mehrheit gesichert. Die meisten Stimmen bekam der Sozialdemokrat Ivo Josipovic - er geht als Favorit in die Stichwahl.

Wahlurne in Kroatien (Foto: AP)

Am 10. Januar müssen die Kroaten in einer Stichwahl über ihren Präsidenten entscheiden

Der 52-jährige Kandidat der oppositionellen SDP kam im ersten Wahlgang am Sonntag auf 32,4 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission am frühen Montagmorgen (28.12.2009) in Zagreb mitteilte. Sein Herausforderer in der Stichwahl im Januar wird Milan Bandic, der 54 Jahre alte Bürgermeister der kroatischen Hauptstadt sein. Der ehemalige Parteifreund Josipovics war als unabhängiger Kandidat angetreten und erhielt 14,8 Prozent der Stimmen.

Schlappe für die Regierungspartei

Der unabhängige Kandidat Milan Bandic (Foto: AP)

Geht als unabhängiger Kandidat in die Stichwahl: Milan Bandic

Eine schwere Niederlage musste die regierende HDZ-Partei hinnehmen: Ihr Kandidat Andrija Hebrang kam mit zwölf Prozent der Stimmen nur auf den dritten Platz und schied damit aus dem Rennen um das Amt des Staatsoberhauptes aus.

Insgesamt hatte es im ersten Wahlgang zwölf Bewerber gegeben. Amtsinhaber Stjepan Mesic von der Volkspartei HNS durfte nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten. Er kündigte aber an, eine Empfehlung für die Stichwahl am 10. Januar abzugeben.

Die erste Runde stieß nach Angaben der Wahlkommission in Zagreb auf sehr geringes Interesse. Nur 44 Prozent der 4,5 Millionen Wahlberechtigten hätten ihre Stimme abgegeben. Das sei ein negativer Rekord. Beobachter erklärten, viele Bürger seien enttäuscht von den Politikern und seien der Abstimmung daher ferngeblieben.

Zufriedener Sieger der ersten Runde

Ivo Josipovic, der Kandidat der Sozialdemokraten (Foto: AP)

Zufrieden mit dem Ergebnis: der Sozialdemokrat Josipovic

Nach Auszählung der Stimmen vom Sonntag äußerte sich der in Führung liegende Josipovic zufrieden. "Die Ergebnisse zeigen, dass die Gerechtigkeit gewonnen hat", erklärte Josipovic nach Verkündung der Ergebnisse. In Anspielung auf den Kampf gegen die weiterhin grassierende Korruption rief er die Wahlberechtigten auf, im Januar für "ein besseres Kroatien, für das Licht und nicht für die Finsternis" zu stimmen.

Das Vorgehen gegen die Korruption war im Wahlkampf ein wichtiges Thema, da Kroatien 2012 den Beitritt zur Europäischen Union anstrebt. In Brüssel wird genau darauf geachtet, wie die Anwärter mit dem Thema umgehen.

Autor: Frank Wörner (rtr, dpa, afp)
Redaktion: Siegfried Scheithauer