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Fußball

Kritik und Trost für das DFB-Team

Nach dem deutschen WM-Debakel finden sich viele tröstende Worte für das DFB-Team. Aber es gibt auch Kritik, vor allem aus der Bundesliga. Die Organisatoren fürchten derweil ein Abflauen der WM-Stimmung.

Nadine Angerer (l.) und Saskia Bartusiak sitzen enttäuscht auf dem Rasen im Stadion von Wolfsburg nach der 0:1-Niederlage gegen Japan im WM-Viertelfinale. (Foto: dpa)

Bundestrainerin Silvia Neid (Foto: dpa)

Bundestrainerin Neid

Nach dem vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Mannschaft im Viertelfinale der Heim-Weltmeisterschaft gegen Japan (0:1) suchten die Verantwortlichen nach Erklärungen. "Ich denke, dass die Mannschaft den großen Erwartungsdruck gespürt hat und daher nicht so leichtfüßig agiert hat wie gewohnt", sagte Bundestrainerin Silvia Neid. Das zeigte sich vor allem beim entscheidenden Gegentreffer der Japanerinnen in der 108. Minute der Verlängerung, den Spielführerin Kerstin Garefrekes wohl immer in schlechter Erinnerung haben dürfte: "Das war ein Schockmoment. Man hat es auch im Stadion gehört, da war es plötzlich absolut still. Ich denke, so war es auch in der Mannschaft. Wir haben alles versucht, aber der Ball wollte einfach nicht ins Tor."

Zwanziger: "Das Beste"

Ein Abwehrfehler und schwache Sturmleistungen besiegelten somit das frühe Aus der deutschen Mannschaft. Aufmunternde Worte kamen vom Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger: "Ich denke, die Spielerinnen spüren, dass sie in dieser Niederlage nicht allein sind, sondern dass wir alle mit verloren haben." Zwanziger verwies auf die Verdienste des Teams: "Wir sind nach wie vor stolz auf diese Mannschaft, die alle Anerkennung verdient hat, weil sie über viele Jahre hinweg Großes geleistet hat."

Die Position der Bundestrainerin, deren Vertrag vor der WM bis 2016 vorzeitig verlängert worden ist, sieht Zwanziger nicht in Gefahr: "Silvia Neid ist das Beste, was wir kriegen können", sagte der DFB-Chef.

Ziele verfehlt

Dennoch: Sowohl der angestrebte Titel-Hattrick als auch die Qualifikation für Olympia 2012 sind weg. Bundestrainerin Neid verspürte trotzdem "keine Motivationsprobleme" für die im Herbst anstehende EM-Qualifikation zur Endrunde in Schweden 2013. Wenn drei oder vier Wochen vergangen seien, wolle auch ihr Team wieder zeigen, "dass man da oben hingehört."

Kerstin Garefrekes (M.) liegt am Boden zwischen zwei japanischen Spielerinnen (Foto: dpa)

Kerstin Garefrekes am Boden: Das DFB-Team fand gegen Japan nie so richtig ins Spiel

Nicht wirklich motiviert wirkte dagegen Torhüterin Nadine Angerer: "Ich war und bin auf diese Situation nicht vorbereitet. Ich werde spontan meinen Rucksack packen und wahrscheinlich erst einmal das Weite suchen", erklärte Angerer, die beim entscheidenden Treffer gegen Japan nicht glücklich aussah.

Frust bei Prinz

"Enttäuscht und frustriert" äußerte sich Birgit Prinz. Die Rekordnationalspielerin hatte sich bei ihrer fünften WM-Teilnahme einen anderen Abschied von der großen Bühne des Frauenfußballs vorgestellt. "Ich war wieder fit und hätte gerne gespielt. Doch die Trainerin hat eben anders entschieden", sagte Prinz.

Birgit Prinz (Foto: dapd)

Unglückliche Prinz

Kritik kam aus der Bundesliga am Umgang mit Prinz, die nach 214 Länderspielen ihr internationales Karriereende auf der Bank erlebte. "Wenn man so schnell die Verantwortung von den Schultern eines Kapitäns nimmt, dann demontiert man natürlich so eine Spielerin. Und ich glaube, Birgit hat ein Stückchen davon abgekriegt", monierte Bernd Schröder, Trainer von Turbine Potsdam. Siegfried Dietrich, Manager des Bundesliga-Rekordmeisters 1. FFC Frankfurt, bemängelte, trotz der langen Vorbereitungszeit sei es nicht gelungen, "eine mannschaftliche Einheit hinzukriegen."

WM-Fieber in Gefahr

Wegen des vorzeitigen deutschen Scheiterns befürchten die Organisatoren nun ein Abflauen des WM-Fiebers. DFB-Teammanagerin Doris Fitschen zeigte sich aber zuversichtlich und hofft, "dass die Fans auch in der verbleibenden Woche weiter Frauenfußball feiern und wir hier noch ein tolles Fußballfest erleben werden."

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Calle Kops

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