1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Amerika

Kritik und Jubel nach Nobelpreisentscheidung

In den USA löst die Vergabe des Friedensnobelpreises an Präsident Obama gemischte Reaktionen aus: Republikaner kritisieren die Entscheidung genauso wie Friedensaktivisten. Ein alter politischer Gegner aber ist stolz.

Barack Obama mit ernstem Gesichtsausdruck (Foto: AP)

Nobelpreis: Segen oder Fluch?

Michael Steele vor dem Parteisymbol der Repoublikaner, einem Elefant (Foto: AP)

"Starqualitäten überstrahlen Leistung", meint der Chef der Republikaner Michael Steele

Der republikanische Parteivorsitzende Michael Steele erklärte, die Starqualitäten des Präsidenten hätten jene überstrahlt, die tatsächlich etwas für Frieden und Menschenrechte erreicht hätten.

Der Abgeordnete Gresham Barrett, der sich um das Amt des Gouverneurs von South Carolina bewirbt, machte sich sogar über die Entscheidung des Nobelkomitees in Oslo lustig. "Ich weiß nicht, was der internationalen Gemeinschaft am besten gefallen hat: seine mangelnde Entscheidungsfreude bezüglich Afghanistan, der Abzug von Abwehrraketen aus Osteuropa, dass er Freiheitskämpfer in Honduras fallengelassen hat, Castro hätschelt, sich auf die Seite der Palästinenser gegen Israel geschlagen hat oder dass er gegen den Iran beinahe hart vorgegangen wäre", erklärte Barrett. Er hoffe, dass der "überraschende Preis" Obama dazu bewege, seinen politischen Kurs zu überdenken.

McCain: "Wir sind stolz"

John McCain reckt die Daumen nach oben (Foto: AP)

Er findet die Entscheidung gut (Archivbild)

Andere Republikaner äußern sich versöhnlicher. John McCain, Obamas republikanischer Gegenkandidat bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr, sagte etwa, er sei sicher, Obama wisse, dass an ihn nun noch höhere Erwartungen gestellt würden. "Aber als Amerikaner sind wir stolz, wenn unser Präsident eine Auszeichnung in dieser prestigeträchtigen Kategorie erhält."

Arnold Schwarzenegger, der republikanische Gouverneur von Kalifornien, sagte, der Präsident habe gezeigt, dass er auf andere Länder zugehe und Amerika wieder als Führungsmacht für Frieden und Wohlstand positioniere. "Dies ist eine große Ehre für unser Land und erinnert uns alle an die Verheißung, die unsere Nation bereithält."

Der Minderheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, und der Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus, John Boener, schweigen bisher zu Obamas Ehrung.

Lob der alten Nobelpreisträger

Gore und Obama winken gemeinsam (Foto: AP)

Obama hat den Preis verdient, meint Al Gore

Bei Obamas Demokraten erntete die Entscheidung des Nobel-Komitees durchweg Applaus. Nancy Pelosi, die Präsidentin des Repräsentantenhauses, erklärte, Obama habe es geschafft, die Welt näher zusammenzubringen. auch die beiden früheren Nobelpreisträger der Demokraten lobten die Osloer Entscheidung. Ex-Präsident Jimmy Carter (Friedensnobelpreis 2002) nannte den Schritt eine "mutige Erklärung internationaler Unterstützung für seine Vision und seinen Einsatz". Und der frühere Vizepräsident Al Gore, Preisträger des Jahres 2007, sagte, Obama habe den Preis extrem verdient.

Kritik von Anti-Kriegs-Organisation

Kritisch äußerte sich hingegen die Organisation Peace Action, die sich gegen Krieg einsetzt. Deren Direktor Kevin Martin sagte, es sei eine Ironie, dass Obama die Auszeichnung am selben Tag zugesprochen bekomme, an dem das "Wall Street Journal" berichte, dass die Regierung über die Entsendung bis zu 60.000 weiterer Soldaten nach Afghanistan nachdenke. "Präsident Obama muss beweisen, dass er wirklich eine Kraft für den Frieden ist."

Autor: Oliver Samson (mit ap, afp)

Redaktion: Julia Elvers-Guyot

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema