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Aktuell Welt

Kritik an deutscher Ebola-Hilfe

Für eine Entwarnung in Sachen Ebola ist es noch zu früh - viel zu früh. Das belegen neue Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Und kritische Einschätzungen der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" zum deutschen Einsatz.

Die Zahl der Ebola-Toten in Westafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 6928 gestiegen. Insgesamt gebe es etwas mehr 16.000 Krankheitsfälle, teilte die UN-Behörde mit. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Schätzungen von Experten aber weit höher liegen, da viele Kranke bei ihren Familien gepflegt werden und nicht in die Krankenhäuser kommen. Am stärksten grassiert die Seuche in den drei westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia, wo sich fast alle Todesfälle ereignet haben.

Keine eigene medizinische Hilfe

Unterdessen berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS), dass Deutschland in den westafrikanischen Ländern, die von Ebola betroffen sind, bislang keine eigene medizinische Hilfe geleistet hat. Trotz zahlreicher Ankündigungen und erheblicher Finanzzusagen werde keines der zahlreichen Zentren zur Behandlung Ebola-Kranker bislang in deutscher Regie betrieben, schreibt das Blatt.

Nach Angaben aus der "Ebola Task Force" im Auswärtigen Amt befinden sich derzeit in den Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia insgesamt sechzehn deutsche Helfer im Auftrag der Bundesregierung, vier vom Technischen Hilfswerk, elf Soldaten der Bundeswehr und eine Laborkraft vom Robert-Koch-Institut. Vor der Eröffnung steht ein Behandlungszentrum, das in Regie des Roten Kreuzes in Monrovia errichtet wurde. Zudem ist das Rote Kreuz mit sechs Mitarbeitern in Kenema vertreten.

Tankred Stöbe, Ärzte ohne Grenzen

Tankred Stöbe von "Ärzte ohne Grenzen"

Der Vorstandsvorsitzende der Organisation "Ärzte ohne Grenzen", Tankred Stöbe, sagte der FAS: "Es war nicht leicht herausfinden, wann denn die Versprechen eingelöst werden. Jetzt ist es wohl fast so weit." Stöbe beklagte, dass die Hilfe aus Deutschland zu spät und zu unkoordiniert komme. "Nach dem Erdbeben auf Haiti oder dem Sturm auf den Philippinen dauerte es nur Stunden oder Tage, ehe internationale Hilfe massiv mobilisiert war. Bei Ebola sind Monate vergangen.“ In Deutschland habe seine Organisation lange den Eindruck gehabt, man "füttere Informationen in einen Apparat, der dann nichts daraus macht".

ml/wl (rtr, FAS)