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Deutschland

Kritik an der Bahn wächst

Wegen des anhaltenden Winters reißen die Probleme bei der Deutschen Bahn nicht ab. Verspätungen, liegengebliebene Züge und verärgerte Passagiere gehören weiter zur Tagesordnung. Nun ist sogar der Bund eingeschritten.

verschneiter Zug fährt aus Bahnhofshalle (Foto: AP)

Viele Züge bleiben wegen des Schnees und der Kälte einfach liegen

Bislang wurden die Probleme von der Deutschen Bahn heruntergespielt. Das Unternehmen mache alles, um die Fahrgäste trotz des strengen Winters an ihre Reiseziele zu bringen, hieß es. Doch wegen der anhaltenden Verspätungen, Ausfälle und empörter Fahrgäste dringt jetzt sogar der Bund als Eigentümer auf mehr Investitionen bei der Bahn. "Wir müssen feststellen, dass das technische Material bei der Bahn ganz offensichtlich nun den zweiten Winter sich als nicht ausreichend erwiesen hat", sagte Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle vom Bundesverkehrsministerium. Im Aufsichtsrat müsse besprochen werden, "wie wir die Investitionen erhöhen, damit wir mehr Material, mehr Reserve zur Verfügung haben, um diese Ausfälle zu vermeiden". Mit Bahnchef Rüdiger Grube sei er darüber in einem Gespräch einig gewesen, sagte Scheurle.

Bahn muss sich besser auf Winter vorbereiten

Anzeigentafel für gestrichene Züge (Foto: AP)

Reisende müssen sich auch weiterhin auf Verspätungen einstellen

Weitere Verkehrspolitiker fordern von der Deutschen Bahn, sich auf den kommenden Winter besser vorzubereiten. Die Bahn müsse alle verfügbaren Züge in Europa leasen oder kaufen, um für 2011 besser gewappnet zu sein und eine größere Fahrzeugreserve zu haben, sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Winfried Hermann, der Mittwochausgabe (29.12.2011) des Berliner "Tagesspiegel".

Solange es Probleme im Inland gebe, müsse man auch auf die Expansion im Ausland verzichten, etwa auf die ICE-Strecke nach London ab 2013, sagte der Grünen-Politiker. Der SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer forderte die Bundesregierung auf, die Bahn durch die geplante Dividende von 500 Millionen Euro nicht zu schwächen. Das Unternehmen brauche jeden Cent, um in besseres Material zu investieren.

Mangel bereits im Oktober bekannt

Ein mit Passagieren vollkommen überfüllter Bahnsteig (Foto: AP)

Fahrgäste sind wegen der Unannehmlichkeiten empört

Der Bahn war nach "Tagesspiegel"-Informationen bereits Ende Oktober klar, dass es im Winter schwierig werden würde. In einem Bericht mit dem Titel "Prävention Winter 2010/2011" schreiben die Manager den Abgeordneten im Verkehrsausschuss auf, wo die Schwachstellen des Konzerns liegen. Man habe nicht genügend Züge zur Verfügung für "außergewöhnliche Ereignisse", heißt es darin. Neun Prozent der ICE-Flotte seien wegen häufiger Werkstattaufenthalte und langfristiger Reparaturen nicht verfügbar.

Für die kommenden Tage sind weitere Schneefälle angekündigt. Es bleibt kalt, mitunter wird mit Glatteis gerechnet. Wer vom Auto auf die Bahn umsteigen möchte, kommt dann möglicherweise auch nicht unbedingt ans Ziel.

Autorin: Annamaria Sigrist (dpa, afp, dpad)
Redaktion: Marko Langer

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