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Ostmitteleuropa

Kritik am Privatisierungswettbewerb der Slowakischen Gasindustrie

– Opposition hält angebotenen Preis für zu niedrig

Bratislava, 4.3.2002, RADIO SLOWAKEI, deutsch

Das slowakische Ministerium für Privatisierung hat nur ein einziges Angebot für den Kauf des 49-prozentigen Anteils der AG Slowakische Gasindustrie erhalten. Es handelt sich um das Konsortium der drei großen europäischen Gesellschaften - Gaz de France (Frankreich), Ruhrgas (Deutschland) und Gazprom (Russland). Vom Wettbewerb zogen sich die amerikanische Gesellschaft Williams, die französische Totalfinalelf, die italienische Snam sowie die deutsche Firma E.ON zurück.

Sowohl die Opposition als auch einige Koalitionsparteien kritisieren das Ergebnis des Wettbewerbs um Privatisierung der AG Slowakische Gasindustrie. Der Vorsitzende der oppositionellen Bewegung für eine demokratische Slowakei Vladimir Meciar meint, dass der angebotene Preis von 137 Milliarden Slowakische Kronen (1 Euro = 42,2 Kronen- MD) viel zu niedrig sei. Bela Bugar, Chef der Partei der ungarischen Koalition und Parlamentsvizevorsitzender, sei darüber nicht erfreut, dass es nur ein einziges Privatisierungsangebot gibt. Er meint, dass auch die politischen Streitigkeiten Schuld daran haben, dass sich die anderen Interessenten vom Wettbewerb zurückgezogen haben. Die Partei der demokratischen Linken betrachtet den vorläufigen, jedoch noch nicht bestätigten Preis auch für viel zu niedrig. Anstatt der 137 Milliarden Slowakische Kronen sollte man mindestens 210 Milliarden verlangen.

Die AG Slowakische Gasindustrie SPP gilt als einer der bedeutendsten slowakischen Betriebe und als der zweitgrößte europäische Gasbeförderer zugleich. Bis 70 Prozent des in Westeuropa verbrauchten russischen Gases werden durch die Systeme der Slowakischen Gasindustrie transportiert. Die gesamte Transportkapazität über das Gebiet der Slowakei erreicht 90 Milliarden Kubikmeter jährlich. Die Privatisierung von SPP ist das größte Privatisierungsprojekt in der slowakischen Geschichte. In Bezug auf den erwarteten Gewinn ist die Privatisierung für die slowakische Wirtschaft von Schlüsselbedeutung. (fp)

  • Datum 04.03.2002
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