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Kultur

Krisengebiet kommt nicht zur Ruhe

Noch ist es nicht dazu gekommen, aber die Weltgesundheitsorganisation warnt immer wieder vor der Seuchengefahr in den asiatischen Flutgebieten. US-Außenminister Powell macht sich vor Ort ein Bild von der Lage.

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Wichtig im Kampf gegen Seuchen: Trinkwasserverteilung an Opfer

Wenn nicht bis Ende der Woche alle Menschen mit sauberem Wasser versorgt seien, könne sich die Zahl der Tsunami-Opfer verdoppeln, sagte Lee Jong Wook, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO. Seine Organisation brauche 60 Millionen Dollar, um die fünf Millionen betroffenen Menschen zu versorgen.

Noch sei es zu keinem Ausbruch von Seuchen gekommen, sagte Jong Wook. "Aber für 150.000 Menschen ist das Risiko extrem groß." Die WHO sei sehr besorgt, dass die Versorgung mit dem Nötigsten auch zehn Tage nach der Flutkatastrophe nicht sichergestellt sei. Besonders alarmierend seien die Probleme in der indonesischen Provinz Aceh und an der Ostküste von Sri Lanka. Die Vereinten Nationen kündigten an, allein auf Sumatra Auffanglager für 500.000 Menschen aufzubauen.

Nach der Flut drohen jetzt die Seuchen / Indonesien

Gefahr von Seuchen in der Krisenregion

Kosten für Wiederaufbau in Sri Lanka

Allein die Kosten für den Wiederaufbau des von der Flutkatastrophe getroffenen Sri Lanka könnten sich nach Schätzungen der Zentralbank auf mehr als 1,3 Milliarden Dollar belaufen. Allein der Wiederaufbau der Häuser und Ortschaften werde rund 900 Millionen Dollar kosten, sagte Zentralbank-Gouverneur Sunil Mendis am Mittwoch (5.1.2005) zu Reportern. Nach vorläufigen Schätzungen wurden durch den Tsunami bis zu 100.000 Häuser vollständig zerstört und 25.000 Gebäude beschädigt.

Unterdessen machte sich US-Außenminister Colin Powell selbst ein Bild von den Verwüstungen in Indonesien. Den Horror, den der Tsunami über die Menschen gebracht habe, könne er noch immer nicht fassen, sagte er nach einem Flug entlang der Westküste der Provinz Aceh. "Ich war im Krieg, ich habe viele Hurrikans, Tornados und Hilfseinsätze erlebt, aber ich habe noch nie etwas Derartiges gesehen."

Powell vor Ort

Zuvor hatte Powell eine Verbindung zwischen der Hilfe für die Flutopfer und dem Kampf gegen den Terror gezogen. Humanitäre Hilfe wirke der Unzufriedenheit entgegen, die eine Wurzel von Terrorismus sein könne, sagte er in Jakarta. Er verwies darauf, dass die meisten von der Katastrophe betroffenen Regionen in islamischen Ländern liegen. "Wir helfen ohne Ansehen der Religion. Ich denke, dies gibt der muslimischen Welt und dem Rest der Welt eine Gelegenheit, die amerikanische Großzügigkeit und die amerikanischen Werte in Aktion zu sehen."

Bildgalerie Hilfsaktion in Südasien Wasser für Banda Aceh

Australische Soldaten verteilen Wasser an Überlebende auf Sumatra.

Am Donnerstag wird Powell die USA auf der internationalen Konferenz zur Katastrophenhilfe in Jakarta vertreten. Dort soll neben der Koordinierung der Hilfsaktionen, für die nach der Aufstockung des deutschen Beitrages auf 500 Millionen Euro inzwischen weit mehr als 2,5 Milliarden Dollar zur Verfügung stehen, auch über den Aufbau eines Tsunami-Warnsystems beraten werden.

Fischer vor Reise in die Region

Auch Außenminister Joschka Fischer will am Freitagabend zu einer mehrtägigen Reise in die Katastrophenregion Südasiens aufbrechen. Fischer teilte am Mittwoch in Berlin mit, dass er Thailand und Sri Lanka sowie voraussichtlich auch Indonesien einen Besuch abstatten werde. Schwerpunkt der Reise seien politische Gespräche über eine langfristige Hilfe Deutschlands für die von der Flut betroffenen Länder. Auch eine Demonstration der Verbundenheit mit den betroffenen Nationen spiele eine Rolle, sagte er.

Unterdessen kommt die Erde noch immer nicht zur Ruhe. Zwei Nachbeben erschütterten die Region, darunter eines im Indischen Ozean, 66 Kilometer südwestlich von Banda Aceh. Dieses Beben hatte laut Behördenangaben eine Stärke von 5,1. Das zweite Beben der Stärke 4,6 erschütterte die Städte Situbondo, Lumajang und Bondowoso auf der indonesischen Hauptinsel Java. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. (mik)

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