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Wirtschaft

Krise war gestern - Reiselust steigt

Wirtschaftskrise und Schweinegrippe haben die Reiselust 2009 weltweit gedämpft. Schaut man allerdings auf Deutschland, dann bietet sich ein anderes Bild: Die Deutschen lassen sich ihre Reiselust offenbar nicht verleiden.

Traumstrand in der Dominikanischen Republik (Foto: TUI)

Nach einem eher schwierigen Jahr sind Reiseveranstalter nun wieder optimistisch

Krise, das war gestern. Deutsche Reiseveranstalter wie der Branchenprimus TUI sprechen von einer spürbaren Erholung des Geschäfts, Umsatz und Gästezahlen steigen wieder. Das Geschäft mit dem Urlaub ist immer noch eins. Um nur drei Prozent ging der Umsatz im Krisenjahr 2009 zurück. Damit gaben die Deutschen aber immer noch knapp 21 Milliarden Euro für ihren Urlaub aus.

Mit blauem Auge davongekommen

Klaus Laepple (Foto: dpa)

Klaus Laepple: "Deutsche Reiseveranstalter haben weniger gelitten als andere Industriezweige"

Verglichen mit den massiven Umsatzeinbrüchen von beispielsweise zwölf Prozent in der chemischen Industrie oder 26 Prozent in der Druck- und Papiertechnik hätten die deutschen Reiseveranstalter nicht ganz so dramatisch wie andere heimische Industriezweige abgeschnitten, sagt Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen."

Und nicht nur das. Die Talsohle scheint durchschritten, denn die Buchungen ziehen seit Mitte Dezember spürbar an. "Wir stehen am hoffnungsvollen Beginn eines neuen Reisejahrzehnts, in dem die Kunden auf qualitativ hochwertige Reiseprodukte mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis achten."

Liebste Reiseziele der Deutschen

Die Branche hat schnell reagiert. Organisierte Urlaube, also Pauschalreisen, sind so günstig wie schon lange nicht mehr. Das scheint die Reiselust zu stimulieren, denn für die kommenden Monate liegen die Vorausbuchungen schon jetzt zum Teil über dem Vorjahresniveau.

Balinesische Frauen in traditionellen Kostümen (Foto: dpa)

Bei den Fernreisezielen der Deutschen legt Indonesien immer mehr zu

Das beliebteste Reiseziel der Deutschen bleibt Deutschland. 40 Prozent der Reisenden bleiben im Lande. Bei den Fernreisen können Thailand, Mauritius und Indonesien punkten, auch Kreuzfahrten liegen weiter im Trend. Für den Sommerurlaub bevorzugen die Deutschen Ziele um das Mittelmeer, allen voran Spanien und Italien. Doch die Konkurrenz schläft nicht - allen voran die Türkei, die in diesem Jahr Partnerland der Internationalen Tourismusbörse (ITB) ist. "Die Türkei hat im vergangenen Reisejahr Gäste hinzugewinnen können - das ist beileibe nicht selbstverständlich", so Klaus Laepple. Ägypten habe immerhin die Gästezahl des Vorjahres halten können. "Insgesamt lässt sich erkennen, dass Reiseziele im östlichen Mittelmeer stärker nachgefragt werden als Ziele im westlichen Mittelmeer."

Nur nicht stehenbleiben

Türkei-Logo (Foto: ITB Berlin)

Diesjähriges Partnerland: Die Türkei

Auf lange Zeit könne im Wettbewerb aber nur bestehen, wer die touristische Infrastruktur ausbaue, Hotelanlagen modernisiere und Ausstattung sowie den Service verbessere, ist Laepple überzeugt.

Die Urlauber wollen etwas geboten bekommen, das ist auch auf der ITB zu spüren. Immer größer und immer prachtvoller sind die Stände ausgestattet, und die Messehallen platzen aus allen Nähten. 11.127 Aussteller aus 187 Ländern präsentieren sich in Berlin, das sind mehr als je zuvor. In manchen der 26 Messehallen unter dem Berliner Funkturm sind die Stellflächen bereits in zwei Geschossen ausgebaut. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, freut sich darüber, dass in diesem Jahr auch Aussteller wieder dabei sind, die der Messe im Krisenjahr 2009 den Rücken gekehrt hatten.

Begleitet wird die ITB vom einem dreitägigen Kongress mit rund 100 Veranstaltungen, auf denen mehr als 200 Referenten Trends, innovative Strategien und bedeutende Schlüsselthemen diskutieren. Die ITB gilt aber auch als bedeutender Marktplatz für die Jobvermittlung. Schon so mancher Touristiker hat durch Kontakte auf der Messe einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

Autorin: Sabine Kinkartz
Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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