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Aktuell Welt

Krise lässt Entwicklungshilfe sinken

Die weltweite Finanzkrise schlägt sich auch auf die Entwicklungshilfe durch: Die Industriestaaten stellten 2011 weniger Geld zur Verfügung. Deutschland jedoch steigerte seine Entwicklungshilfeausgaben.

Deutscher Entwicklungshelfer in Niger (Archivbild.dpa)

Deutscher Entwicklungshelfer in Niger

Die Zahlungen der Bundesrepublik für arme Länder überschritten im vergangenen Jahr erstmals die Marke von netto zehn Milliarden Euro, wie Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, FDP, in Berlin mitteilte. Dies entspreche 0,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Niebel betonte: "Bei einer wachsenden Wirtschaftsleistung und einem insgesamt fast konstanten Bundeshaushalt ist das eine enorme Leistung der deutschen Steuerzahler." 2009 hatte diese Quote noch bei 0,35 Prozent gelegen.

Deutschland ist damit mit großem Abstand zweitgrößter Geberstaat nach den USA, die 23,36 Milliarden Euro (30,7 Milliarden Dollar) für Entwicklungshilfe aufbrachten. Knapp hinter Deutschland lagen Großbritannien und Frankreich.

Mehr als hundert Milliarden Euro

Insgesamt gaben die 23 Mitgliedsländer des Entwicklungsausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im vergangenen Jahr mehr als 101 Milliarden Euro (133,5 Milliarden Dollar) für die Entwicklungszusammenarbeit aus. Das waren 2,7 Prozent weniger als 2010, dem bisherigen Rekordjahr für die Entwicklungshilfe. OECD-Generalsekretär Angel Gurria äußert sich dennoch zufrieden. Die Geber-Staaten hätten ihre Zahlungen trotz der Krise fast auf Rekordniveau gehalten.   

Das von den Vereinten Nationen bis 2015 gesetzte Ziel, 0,7 Prozent für Entwicklungshilfe aufzuwenden, erreichen bisher nur Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden. 54 Prozent der gesamten öffentlichen Entwicklungshilfe kam von EU-Ländern, die im Durchschnitt 0,45 Prozent erreichten.

wl/hp (dpa,rtr,kna,epd)