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Afrika

Krise an der Küste

Keine Ruhe in Elfenbeinküste. Nachdem Präsident Laurent Gbagbo das Friedensabkommen mit den Rebellen neu verhandeln will, drohen nun die Aufständischen erneut mit Krieg.

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Nichts wie weg: Europäer verlassen Elfenbeinküste mit Militärschutz

Tagelange Proteste seiner Anhänger machten Präsident Laurent Gbagbo das Leben schwer. Nun strebt die Regierung von Elfenbeinküste offenbar Neuverhandlungen über das Friedensabkommen mit den Rebellen an. Damit indes heizt sie den Konflikt erneut an. Regierungssprecher Toussaint Alain sagte in Paris, Änderungen des unter französischer Vermittlung zu Stande gekommenen Abkommens vom 24. Januar seien "unvermeidlich". Man sei zu schnell vorgegangen, sagte er.

Zuvor hatten am Samstag (1.2.2003) rund 100.000 Menschen in Abidjan an einer nationalistischen Demonstration teilgenommen, die sich gegen die Rebellen im Norden und Westen und auch gegen die ehemalige Kolonialmacht Frankreich richtete. Diese unterhält zahlreiche Stützpunkte in dem Land, das der größte Kakaoproduzent der Welt ist.

Französische Soldaten an der Elfenbeinküste

Ständiges Lavieren statt klarer Politik

Angesichts der seit einer Woche andauernden Unruhen verschiebt Gbagbo die längst erwartete Ansprache zur Umsetzung des in Paris vereinbarten Friedensabkommens Tag um Tag. Ein andauernder Krieg in Elfenbeinküste würde die ganze Region destabilisieren. Am Wochenende versuchten deshalb die Präsidenten der drei westafrikanischen Staaten Nigeria, Ghana und Togo, Gbagbo in Gesprächen auf die Vereinbarung zu verpflichten. Der Bürgerkrieg beschäftigt auch den Sondergipfel Afrikanischen Union (AU) der am Montag (3.2.2003) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba begann.

Haarspaltereien werden als Argumente in die Diskussion eingeführt. Regierungssprecher Alain ließ verlauten, Präsident Gbagbo habe nur jenen Teil des Abkommens selbst unterzeichnet, in dem die Einsetzung eines neuen Ministerpräsidenten für eine gemeinsame Regierung gefordert werde. Vertreter politischer Parteien hätten dagegen Kapitel unterzeichnet, die die Sicherheitskräfte unter die Kontrolle der Rebellen stellen würden. Damit sei Gbagbo zu nichts verpflichtet.

Vom Musterland zum Kriegsherd

Der Sprecher der "Patriotischen Bewegung der Elfenbeinküste" (MPIC), Guillaume Soro, hatte dafür die passende Antwort parat. Er drohte mit der Wiederaufnahme der Kämpfe. Verschiedene Rebellengruppen wollen am Donnerstag (6.2.2003) über das weitere Vorgehen beraten. Begleitet von heftigen antifranzösischen Demonstrationen lieferten sich erstmals seit Beginn der Krise vor vier Monaten Regierungsgegner auf den Straßen der Hauptstadt Abidjan Kämpfe mit der Polizei. Zuvor war ein Anhänger der Opposition und beliebter Schauspieler tot aufgefunden worden. Hintergrund ist der Konflikt der ivorischen Bevölkerung mit dem Volk der Dioula aus dem moslemischen Norden des Landes. Zudem schürte die starke Zuwanderung von Arbeitssuchenden aus Burkina Faso in Elfenbeinküste den Fremdenhass.

Elfenbeinküste - Flüchtlinge

Die Situation in und um die Hauptstadt Abidjan sei so angespannt wie noch nie, berichten Augenzeugen. Die deutsche Regierung hat ihre Bürger schon vor Wochen aufgerufen, das Land zu verlassen. Rund 16.000 Franzosen leben hingegen in Abidjan. Das Außenministerium in Paris hatte ebenfalls allen französischen Bürgern, die nicht unbedingt dort bleiben müssen, zur Ausreise geraten. (dk)

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