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Wirtschaft

Kriminelle Geschäfte: Die dunkle Seite der HSBC

Die veröffentlichten Daten über Steuerbetrug mit Hilfe der HSBC scheinen erdrückend. Die britische Großbank reagiert schnell und gesteht "Versäumnisse" ein. Vieles sei aber auch schon korrigiert.

Der Schweizer Ableger der britischen Großbank HSBC soll Geschäfte mit "Steuerhinterziehern und anderen Kriminellen" gemacht und Milliardenbeträge an Schwarzgeld verwaltet haben, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". "Korrupte Politiker, Waffenhändler und andere Kriminelle" hätten jahrelang Konten der HSBC genutzt, "um Gelder zu waschen, Besitztümer zu verheimlichen und Steuern zu hinterziehen", heißt es bei NDR und WDR, die dem gleichen Rechercheteam angehören.

Neues aus dem Datenleck "Swissleaks"

Ähnliche Berichte gibt es vom britischen "Guardian" und dem französischen Blatt "Le Monde". 100.000 Dokumente sollen ausgewertet worden sein. Als Hauptbestandteile werden 35.000 interne Protokolle von Kundengesprächen genannt. Die Daten der Schweizer HSBC Private Bank hatte die französische Polizei 2009 bei einem ehemaligen Mitarbeiter des Geldhauses beschlagnahmt. Ermittler sprechen vom bislang größten Datenleck in der Bankenbranche.

Zu den betroffenen Persönlichkeiten gehören laut diesen Angaben unter anderem ein Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sowie Verwandte des früheren ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak und des ehemaligen chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng. Außerdem tauchen demnach Verbindungen zu Terrorismus-Finanzierern auf. Die Rede ist auch von mehr als 2000 Kunden aus Deutschland mit einem Gesamtguthaben von rund drei Milliarden Euro.

Finanzermittler aus zwölf Staaten sollen laut SZ, NRD und WDR dank der vertraulichen Unterlagen schon mehr als eine Milliarde Euro Steuern und Strafen eingetrieben haben.

Die HSBC, gemessen an der Bilanzsumme die zweitgrößte Bank der Welt, räumt immerhin ein, es habe Fehler bei der Aufsicht gegeben. Sie erklärt in einer vierseitigen Stellungnahme, die Schweizer Tochter sei nach der Übernahme 1999 nicht vollständig integriert gewesen.

Sie habe deswegen deutlich niedrigere Standards erlaubt. Die HSBC-Privatbank - und besonders die Niederlassung in der Schweiz - sei in den vergangenen Jahren radikal umgebaut worden. Die Tochtergesellschaft habe "zu viele Hochrisiko-Konten" behalten.

"Nicht in vollem Umfang"

Weil Schweizer Privatbanken früher anders gearbeitet hätten, sei es möglich, dass Kunden "nicht im vollem Umfang ihren steuerlichen Verpflichtungen nachgekommen" seien, hieß es. Die Bank verwies abschließend darauf, dass sie sich mittlerweile von allen steuerlich problematischen Kunden getrennt habe...

SC/rb (afp, rtr, dpa, ARD)