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Kriegsspiele in rohstoffreicher See

22. April 2012

China und Russland haben ein erstes gemeinsames Seemanöver im Gelben Meer gestartet. Die Marine der USA übt mit ihrem Verbündeten Philippinen bereits seit Tagen im Südchinesischen Meer. Was steckt hinter den Übungen?

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Gemeinsames Militärmanöver von Russland und China im Gelben Meer (Foto: dapd)
Gemeinsames Militärmanöver von Russland und China im Gelben MeerBild: dapd

Alle Beteiligten beteuern, die Manöver seien reine Routine. Offiziell sind sie als Anti-Terror-Übungen deklariert. Aber auch wenn keiner der Beteiligten es ausspricht, es geht vor allem um militärische Präsenz in einer strategisch wichtigen Seeregion mit vielen Bodenschätzen. So streiten die Anrainer des Südchinesischen Meeres immer wieder um die großen Rohstoffvorkommen dort. Vor allem China beansprucht diese für sich. Vermutet werden in der Region große Rohöl- und Gasvorkommen.

Hinzu kommen Territorialstreitigkeiten zwischen China und mehreren seiner asiatischen Nachbarn. Peking liegt unter anderem mit Japan, den Philippinen und Vietnam im Streit über den Besitz unbewohnter Inselgruppen, die an strategisch wichtigen Schifffahrtsrouten liegen. Zudem wird über Fischereirechte gestritten.

China warnt die USA

In scharfer Form warnte China die USA vor einer militärischen Konfrontation im Südchinesischen Meer. Das gegenwärtig laufende gemeinsame Seemanöver der philippinischen und der US-Marine trage massiv zu einer Verschärfung der Lage bei, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Dies werde "unvermeidlich Einfluss auf den Frieden und die Stabilität in der Region haben". China kritisiert immer wieder, dass sich die USA mit gemeinsamen Militäraktionen mit ihren Verbündeten in Asien in die territorialen Angelegenheiten im Südchinesischen Meer einmischen.

Das chinesische Außenministerium ließ mitteilen, die seit langem geplante russisch-chinesische Maarineübung solle den regionalen Frieden sichern. Die Agentur Xinhua meldet weiter, trainiert werden sollten vor allem der Kampf gegen Terror und Piraterie. In diesem Kontext würden die Befreiung gekaperter Schiffe und Such- und Rettungseinsätze geübt. Zudem würden die gemeinsame Luftabwehr sowie die Bekämpfung von U-Booten geprobt.

An dem sechstägigen Manöver im Gelben Meer nehmen nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua mehr als 4000 chinesische Marinesoldaten mit 16 Kriegsschiffen und zwei U-Booten teil. Die russische Marine sei mit sieben Schiffen vertreten. Seit 2005 halten China und Russland gemeinsame Militärmanöver ab, bei der jetzigen Übung handelt es sich allerdings um das erste Manöver an dem ausschließlich die Marine der beiden Staaten beteiligt ist.

Die Kommandeure begrüßen sich zum Auftakt des chinesisch-russischen Marinemanövers (Foto: dapd)
Die Kommandeure begrüßen sich zum Auftakt des chinesisch-russischen MarinemanöversBild: dapd

USA betonen friedliche Absichten

Die USA beteuerten das gemeinsame Manöver mit der philippinischen Marine sei eine routinemäßige Übung ohne jeden Zusammenhang mit der politischen Lage in der Region. Der Schwerpunkt liege im Katastrophenschutz und der zivilen Rettung, hieß es von US-Seite.

qu/nis (dpa,rtr,afp)