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Aktuell Nahost

Kriegsparteien tauschen Gefangene aus

Im Bürgerkriegsland Jemen hat es einen Austausch von Gefangenen gegeben. Die Aktion soll mit dazu beitragen, den Weg für Friedensgespräche im kommenden Monat zu ebnen.

Shiiten Jemen Houthis

Das Artikelbild zeigt Huthi-Rebellen Ende des vergangenen Jahres

Die schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, übergaben der arabischen Militärkoalition neun Saudiaraber, die sie in der Hauptstadt Sanaa festgehalten hatten. Im Gegenzug ließ das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis 109 Jemeniten frei, die im Grenzgebiet festgenommen worden waren. Anfang März hatte es bereits einen ähnlichen, allerdings kleineren Austausch von Gefangenen gegeben.

Im April soll es Verhandlungen geben

Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass sich die Konfliktparteien im Jemen auf eine Waffenruhe vom 10. April an geeinigt hätten. Anschließend wollen sie dann in Kuwait zu Friedensgesprächen zusammenkommen. Vorherige Verhandlungen hatten nicht zur Beendigung des Konflikts geführt. Mehrere Vereinbarungen über Feuerpausen waren nach kurzer Zeit gescheitert.

Dieses Mal scheinen die Bedingungen besser zu sein: Die Situation im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien, wo es immer wieder Schusswechsel gegeben hatte, war zuletzt weitestgehend ruhig. Zudem wurden Hilfslieferungen in die Rebellenhochburg Saada durchgelassen.

Bombardements nur mit begrenztem Erfolg

Die schiitischen Huthi-Rebellen hatten im Januar 2015 die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. Als sie im März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien zwangen, griff das Königreich mit Luftangriffen ein. Die Bombardements führten aber nur teilweise zum Erfolg. Tatsache ist: Ein Jahr nach dem Eingreifen Saudi-Arabiens kontrollieren die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten noch immer Sanaa und acht der 22 Provinzen, in die sich der Jemen aufgliedert.

In dem Land leben rund 26 Millionen Menschen. Der Staat gilt als einer der ärmsten in der arabischen Welt. In dem Bürgerkrieg, der seit Anfang 2015 wütet, starben mehr als 6.000 Menschen.

haz/mak (rtr, afp, dpa)