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Welt

Kriegsgericht für Wikileaks-Informant Manning?

Für den mutmaßlichen Informanten der Enthüllungsplattform Wikileaks, den US-Soldaten Manning, wird ein Militärprozess immer wahrscheinlicher. Ihm droht lebenslange Haft wegen "Unterstützung des Feindes".

Bradley Manning (Archivfoto Dezember 2011: AP)

Bradley Manning: Muss er lebenslang ins Gefängnis?

Die US-Militärstaatsanwaltschaft will den 24-jährigen Obergefreiten Bradley Manning vor einem Kriegsgericht sehen. Die Empfehlung, ihm dort den Prozess zu machen, gab der leitende Ermittler in dem Verfahren, Oberstleutnant Paul Almanza, ab. Er sprach sich ferner dafür aus, alle 22 Anklagepunkte aufrechtzuerhalten, darunter auch den "wegen Unterstützung des Feindes", dem schwerwiegendsten Vorwurf der Anklage. Im Dezember hatte es zu dem Fall eine siebentägige Anhörung gegeben.

Beweise sind erdrückend

Manning wird beschuldigt, als geheim eingestufte Daten der US-Regierung gestohlen und an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet zu haben. Die Anklage sprach in ihrem Schlussplädoyer von erdrückenden Beweisen dafür, dass Manning "konstant, bewusst und methodisch" interne Dokumente aus Computern gezogen habe. Darunter waren hunderttausende Schriftsätze, die die Kriege im Irak und in Afghanistan betreffen sowie Berichte des Außenministeriums in Washington. Die Veröffentlichung dieser sensiblen Dokumente durch Wikileaks im Sommer 2010 war für die amerikanische Regierung ein diplomatisches Desaster.

Die entgültige Entscheidung über einen Prozess wird nun in übergeordneten Instanzen getroffen. Wie lange dies dauern könnte, teilten die US-Streitkräfte nicht mit.

Bei einer Verurteilung droht Manning lebenslange Haft. Chefermittler Almanza und die Ankläger einigten sich darauf, nicht die Todesstrafe zu fordern, die eine Verurteilung "wegen Unterstützung des Feindes" eigentlich zur Folge haben könnte.

se/wa (dadp, dpa,afp)

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