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Kreuz

Es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz: Es gibt grüne, rote, eiserne und schwarze Kreuze, Kreuzworträtsel, Kreuzungen. Und an diesen finden sich manchmal Kreuze mit einem gekreuzigten Jesus.

Das Kreuz – ein Wort, das in unzähligen Verbindungen und Bedeutungen auftaucht. Gibt man es in die am meisten verbreitete Internet-Suchmaschine Google ein, finden sich mehr als 90 Millionen Treffer. Diese reichen vom Deutschen Roten Kreuz, der Hilfsorganisation, über die Spielkartenfarbe bis hin zu Kreuzfahrten, und, und, und …

Christliches Symbol

Als Symbol gibt es das Kreuz in mehreren Varianten – etwa als keltisches Radkreuz, Andreaskreuz oder als Passionskreuz. Für die Christen ist das Passionskreuz das Symbol ihrer Religion. Jesus starb den Märtyrertod am Kreuz, womit wir bei der Wortabstammung sind. "Kreuz" kommt vom altlateinischen "crux". Es bedeutet nicht nur Kreuzstab, sondern auch Marterpfahl.

Bildlich gesehen ist es somit ein Ausdruck für große Not, für Übles und Schlimmes, für Mühsal und Sorge aller Art – auch für diejenigen, die unter den zahlreichen Kriegszügen im Mittelalter, den so genannten Kreuzzügen, zu leiden hatten. Die Kreuzfahrerheere plünderten und mordeten im Namen der Religion.

Medizinisches Kreuz

Eine weitere Bedeutung des Wortes findet sich in der Medizin. Dieses Kreuz ist im Rücken. Die Mediziner nennen es "os sacrum", was übersetzt "heiliger Knochen" bedeutet. Dieser besteht aus fünf kreuzförmig miteinander verbundenen Wirbelknochen. Und wenn man es im Kreuz hat, dann kann man sich nicht mehr bewegen, dann hat man Rückenschmerzen.

Kreuzschmerzen haben bedeutet aber noch lange nicht, dass man zu Kreuze kriechen muss. Das darf nicht wörtlich genommen werden. Denn wer dies tut, zeigt sich besonders unterwürfig und demütig. Dieser Ausdruck stammt aus der katholischen Kirchenpraxis zu Ostern. Die Gläubigen krochen zur Buße für ihre Sünden auf den Knien zu einem Kreuz.

Rätselhaftes Kreuz

Das Kreuz steht aber nicht immer allein; es kommt auch in Wortverbindungen vor, die sich in ihrer Vielfalt kreuz und quer im deutschen Sprachgebrauch verbreitet und festgesetzt haben: Straßen- und Wegkreuzungen sind alltäglich, die Straßenkreuzer nicht mehr. So hießen die Benzin fressenden Autos in Amerika, die so genannten Amischlitten. Das waren keine normalen kreuzbraven Autos, sondern luxuriöse fahrende Wohnzimmer.

Manchmal tauchen die Straßenkreuzer vielleicht noch in Kreuzworträtseln auf. Das sind Worträtsel, die in senkrechte und waagerechte Zeilen eingeteilt sind; diese ergeben viele kleine Kreuze. Da wird dann nicht nur nach dem Straßenkreuzer gefragt, sondern etwa auch nach der bekannten Stadt in Holland mit vier Buchstaben, die einem Käse ihren Namen gegeben hat.

Erleichterte Kreuze

Und dann kann man drei Kreuze vor Erleichterung machen, wenn man endlich des Rätsels Lösung hat. Dieser weltlichen Redensart liegt wieder etwas Religiöses zugrunde. Der Geistliche erteilt den Segen, indem er dreimal symbolisch das Kreuzzeichen in die Luft malt.

Von der Erleichterung bis zum Frohsinn ist es kein allzu weiter Weg mehr. Wer putzmunter und guter Dinge ist, der ist auch kreuzfidel. Wenn jemand aber dann zu vertrauensselig ist, kann es schon mal sein, dass er oder sie aufs Kreuz gelegt wird.

Redensartliches

Wie bei bestimmten Sportarten, aus denen diese Redewendung kommt. Dort hat derjenige, der zu lange liegen bleibt, den Kampf verloren. Wer aufs Kreuz gelegt wird, wird sprichwörtlich übertölpelt, ausgetrickst, hereingelegt. Und dann ist man mit dieser Person, die einen hereingelegt hat, über Kreuz.

Man will mit dieser Person nichts mehr zu tun haben. Zumindest für eine gewisse Weile. Und wenn man sich dann wieder versöhnt hat, kann man sagen "Es ist schon ein Kreuz mit dir". Will heißen, man hat schon seine dauernde Not mit ihm oder ihr.

Kreuzschnabel

Nicht unerwähnt bleiben soll noch ein kleiner Vogel, der Kreuzschnabel. Dieser gehört zur Art der Finken und hat, wer hätte es gedacht, einen Schnabel, der aussieht wie ein Kreuz – die obere Hälfte des Schnabels ist über die untere gekreuzt. Die Legende will wissen, woher das kommt: Der kleine Vogel soll versucht haben, mit seinem schwachen Schnabel die Nägel aus dem Kreuz herauszuziehen, an dem Jesus hing. Davon sei der Schnabel so krumm geworden, dass er ihm nun auf immer und ewig über Kreuz wächst.

Fragen zum Text

Wenn man es sprichwörtlich im Kreuz hat, dann …

1. hat man Rückenschmerzen.

2. hängt man am Marterpfahl.

3. hat man Streit mit jemandem.

Straßenkreuzer sind …

1. Menschen, die Straßen überqueren.

2. Autos.

3. Künstler, die Kreuze auf Straßen malen.

Kreuzfidel ist die Bezeichnung für jemanden, der …

1. besonders treu ist.

2. gerne lügt.

3. sehr fröhlich ist.

Arbeitsauftrag

Erstellen Sie in Ihrer Gruppe jeder einzeln ein kleines Kreuzworträtsel. Tauschen Sie die Rätsel zur Lösung untereinander aus.

Autor: Beatrice Warken

Redaktion: Raphaela Häuser

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