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Aktuell Amerika

Kremlchef Putin sucht in Lateinamerika Alliierte gegen den Westen

Die Südamerika-Reise Präsident Putins begann auf Kuba. Russland will den früheren Partner aus Sowjetzeiten wieder enger an sich binden. So wurden dem sozialistischen Karibikstaat fast sämtliche Altschulden erlassen.

Vor seinem Abflug hatte der russische Präsident noch eine Verordnung unterzeichnet, durch die Schulden Kubas in Höhe von umgerechnet 23 Milliarden Euro gestrichen wurden: das sind 90 Prozent der Verbindlichkeiten. Die Altschulden teils noch aus der Ära der Sowjetunion hatten die Beziehungen zwischen Moskau und Havanna immer wieder belastet, und das wollte Wladimir Putin rechtzeitig aus dem Weg räumen.

Die Schuldenstreichung war vor einer Woche von der Staatsduma durchgewinkt worden. Den nun verbleibenden Rest von knapp 2,6 Milliarden Euro können die kubanischen Sozialisten in den kommenden zehn Jahren abstottern. Zudem soll sich Russland verpflichtet haben, die zurückgezahlten Gelder wieder in Kubas Wirtschaft zu investieren.

Auf der Agenda des eintägigen Putin-Besuchs stand vor allem ein Treffen mit Staatschef Raúl Castro. Zuvor wollte der Kremlchef nach russischen Angaben auch den 87 Jahre alten Revolutionsführer Fidel Castro in dessen Haus in Havanna besuchen.

Im Mittelpunkt soll eine Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit stehen. Russland sei wieder bereit, stärker und langfristig mit Kuba zu kooperieren, hatte Putin am Vortag der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina erläutert. Ab 2005 trieben beide Seiten eine Wiederannäherung voran.

Treffen mit Merkel?

Beobachter gehen davon aus, dass der russische Staatschef versuchen wird, die lateinamerikanischen Länder zu ermutigen, sich gegen eine Dominanz des Westens zu wehren. Moskau ist derzeit in mehreren internationalen Konflikten isoliert und sucht nach Partnern in der Welt.

Von Havanna aus reist Putin am Samstag nach Argentinien weiter. Am Sonntag wird er dann in Brasilien zum Finale der Fußball-WM zwischen Deutschland und Argentinien in Rio de Janeiro erwartet. Dort gilt auch eine Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel als möglich.

Zum Abschluss seiner Rundreise nimmt Putin am Treffen der aufstrebenden Wirtschaftsnationen BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) am 15. und 16. Juli in Fortaleza und Brasilia teil.

SC/mak (afp, dpa, epd)