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Europa

Kreml: Alle Kräfte gegen Flammen mobilisieren

Ungeachtet des massiven Einsatzes von Löschmannschaften und Rettungsteams spitzt sich die russische Brandkatastrophe noch zu. Der Moskauer Krisenstab rief dazu auf, vor Ort alle verfügbaren Kräfte in Bewegung zu setzen.

Waldbrand (Foto: AP)

7000 Brände landesweit zählten die russischen Behörden

Im Kreml schlagen die Alarmglocken: In vielen Regionen ist es nicht gelungen, die verheerenden Wald- und Torfbrände unter Kontrolle zu bringen. Im am schlimmsten betroffenen Gebiet Nischni Nowgorod näherten sich am Dienstag (03.08.2010) die Flammen im Raum Sarow bedrohlich einem Zentrum für atomare Forschung. Etwa 2200 Helfern gelang es schließlich, das Feuer kurz vor den Gebäuden des Nuklearzentrums zu stoppen. Der Leiter der Atomagentur ROSATOM, Sergej Kirijenko, flog zur Koordinierung der Rettungsarbeiten in das Krisengebiet etwa 400 Kilometer östlich von Moskau.

Medwedew: "Stehen Sie nicht abseits"

Menschenkette mit Wassereimern (Foto: AP)

Selbsthilfe: Lange Menschenketten mit Wassereimern

Die Brände wüten in 17 Regionen auf einer Fläche von mehr als 1200 Quadratkilometern und halten bis zu 300.000 Einsatzkräfte aus Militär, Feuerwehr sowie Freiwillige in Atem. Mindestens 41 Menschen kamen nach amtlichen Angaben dabei ums Leben. Präsident Dmitri Medwedew hatte am Montag den Ausnahmezustand über die Gebiete um Wladimir, Woronesch, Moskau, Nischni Nowgorod, Mordwinien, Mari El und Rijasan verhängt. In einer Videobotschaft an die Nation sprach der Kremlchef von einer "großen Tragödie". Die Bevölkerung rief er zu gegenseitiger Hilfe auf: "Stehen Sie nicht abseits!"

Russland nimmt nun auch Hilfe aus dem Ausland an. Die Ukraine schickt zwei Flugzeuge vom Typ Antonow An-32, außerdem sollen zwei Hubschrauber aus Aserbaidschan helfen. Moskau liegt auch ein Hilfsangebot der Bundesregierung vor.

Noch mehr Hitze erwartet

Zerstörtes Haus (Foto: AP)

Das Feuer zerstörte viele Häuser

Der Chef des nationalen Krisenzentrums, Wladimir Stepanow, richtete einen dringenden Appell an alle Verantwortlichen vor Ort. Dort müssten alle verfügbaren Kräfte mobilisiert werden. Man dürfe nicht länger sitzen und warten, bis die Feuerwehren einträfen. Ähnlich kritisch hatte sich bei einer Krisensitzung zum Wochenbeginn bereits Regierungschef Wladimir Putin gegenüber den Gouverneuren der betroffenen Regionen geäußert.

Dramatisch sei derzeit vor allem die Kombination aus Trockenheit und Wind, beklagten die Helfer des Zivilschutzes. Zahlreiche der dringend benötigten Löschflugzeuge konnten wegen der starken Rauchentwicklung erst gar nicht aufsteigen. Die Temperaturen sollen bis Ende der Woche weiter steigen.

Autor: Siegfried Scheithauer/Pia Gram (apn, dpa)

Redaktion: Ulrike Quast

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