1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Stadtbilder

Kreative Köpfe

Düsseldorf ist bekannt für seine Künstler und klugen Köpfe. Dichter, Schauspieler und Unternehmer eroberten von hier aus die Welt. Ihren Ruf als Kunst- und Wirtschaftsmetropole hat die Stadt bis heute behalten.

Heinrich Heine (1797 – 1856)

Ein Schwarz-Weiß-Bild des jungen Heinrich Heine ist zu sehen.

Heinrich Heine begann schon als Jugendlicher mit dem Schreiben von Gedichten

Heinrich Heine war einer der wichtigsten Dichter der Romantik des 19. Jahrhunderts. Er wurde am 13. Dezember 1797 in der Düsseldorfer Altstadt geboren. Seine Eltern waren jüdische Tuchhändler. Seine Mutter wünschte sich für ihn ein besseres Leben. Daher machte Harry Heine, wie er damals noch hieß, eine kaufmännische Lehre und studierte Rechtswissenschaften.

Während Heines Studium war Deutschland politisch zerrissen. Das Bürgertum forderte mehr Rechte in der ständischen Gesellschaft. Zugleich nahm die Armut bei den unteren Schichten zu. Heine, der schon mit 19 Jahren Gedichte veröffentlichte, hatte eine demokratische und liberale Einstellung und kritisierte diese Zustände. Er reiste viel und zog 1831 nach Paris, wo er als Auslandskorrespondent für eine deutsche Zeitung arbeitete. In Deutschland wurden seine Bücher zeitweise verboten.

Schon mit 51 Jahren wurde er sehr krank, er hatte starke Lähmungen. Er verbrachte die letzten acht Jahre seines Lebens im Bett und wurde von seiner Frau Mathilde, einer ehemaligen Schuhverkäuferin, gepflegt. Doch er dichtete trotzdem weiter und verlor seinen Witz und die scharfe Ironie nicht, die ihn einzigartig und unverwechselbar machte. Am 17. Februar 1856 starb er. Seine bekanntesten Versepen sind „Deutschland. Ein Wintermärchen“ und „Atta Troll“, seine bekanntesten Gedichte „Lore-Ley“ und „Die schlesischen Weber“.

Noch heute erinnern viele Orte in Düsseldorf an Heinrich Heine. So ist sein Geburtshaus ein Denkmal. Im Heinrich-Heine-Institut forschen internationale Wissenschaftler zu der Person Heinrich Heine. Außerdem gibt es dort eine Heine-Sammlung und eine feste Ausstellung. Seit 1988 nennt sich die Universität von Düsseldorf „Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“, um dem Sohn der Stadt zu ehren.


Friedrich Karl (Fritz) Henkel (1848 – 1930)

Ein Schwarz-Weiß-Bild des jungen Fritz Henkel im Anzug ist zu sehen.

Fritz Henkel erleichterte mit der Erfindung von Persil Hausfrauen auf der ganzen Welt das Waschen

Friedrich Henkel war ein Unternehmer, der seine Produkte selbst entwickeln und auch vermarkten konnte. Er wurde am 20. März 1848 in Hessen geboren. Henkel interessierte sich bereits in seiner Kindheit für chemische Prozesse. Aus diesem Grund entschied er sich für eine Ausbildung in einer Farben- und Lackfabrik.

1876 gründete er mit zwei Partnern seine erste Waschmittelfabrik in Aachen, wo das Produkt „Henkel's Bleich-Soda“ entwickelt wurde. Dieses Produkt war in England und später auch in Deutschland erfolgreich. Um mehr Platz zu haben, zog Henkel mit seiner Fabrik 1878 nach Düsseldorf um. Dort hatte er 30 Jahre später Erfolg mit dem Waschmittel „Persil“ – das erste Waschmittel, das von selbst reinigte. Das heißt, die Wäsche musste nicht mehr über einem Holzbrett gerubbelt und anschließend auf einer Wiese gebleicht werden.

Der Name Persil wurde schnell in ganz Deutschland bekannt. Ein Grund dafür war unter anderem die gut durchdachte Werbung. Denn Henkel schickte zum Beispiel weißgekleidete Männer mit weißen Persil-Schirmen in die Großstädte. Er erfand auch das berühmte Motiv mit der Frau im weißen Kleid, die ein Päckchen Persil in der Hand hält.

Henkel war sich der Bedeutung seiner Mitarbeiter bewusst. Er sagte selbst, dass die besten Ideen von seinen Mitarbeitern und in Zusammenarbeit mit ihnen kamen. Für ihn war es wichtig, dass sich jederder Firma zugehörig fühlte. Deswegen etablierte er Freizeit- und Kulturangebote für die Angestellten. Dazu gehörte zum Beispiel eine wöchentliche Chorstunde mit Gesangsunterricht während der Arbeitszeit. 1928 wurde Henkel Ehrenbürger von Düsseldorf.


Luise Rainer (1910 – 2014)

Auf dem Bild ist die junge Luise Rainer zu sehen, wie sie in weißen Kleidern auf einem Sofa sitzt.

Luise Rainer gewann als einzige Deutsche den Oscar als beste Hauptdarstellerin

Die deutsche Schauspielerin Luise Rainer wurde am 12. Januar 1910 in Düsseldorf geboren. An der Theaterakademie „Hochschule für Bühnenkunst“ in Düsseldorf erhielt sie ihre Ausbildung. Sie war eine angesehene und talentierte Schauspielerin in Deutschland und Österreich.

Ein Talentscout entdeckte sie 1935 in Wien und lud sie nach Hollywood ein, wo ihre kurze, aber erfolgreiche Karriere begann. 1937 erhielt sie ihren ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle im Film „Der große Ziegfeld“. Rainer spielte darin eine Sängerin, die von ihrem Ehemann betrogen und verlassen wird. Zuschauer und Kritiker lobten vor allem die Szene, in der Rainer ihren Exmann telefonisch zur erneuten Hochzeit beglückwünscht und dabei versucht, ihre Trauer zu verstecken. Dieser Szene verdankt sie auch die Auszeichnung.

Ein Jahr später bekam sie den zweiten Oscar. In „Die gute Erde" spielte sie eine chinesische Bäuerin in der Zeit der Revolution. Mit diesen Auszeichnungen ist Luise Rainer bis heute die einzige Deutsche, die den Oscar als beste Hauptdarstellerin bekam. Außerdem hat sie als erste Schauspielerin überhaupt zweimal hintereinander den Oscar in dieser Kategorie gewonnen. Außer ihr ist das nur noch Weltstar Katherine Hepburn gelungen.

Doch nach dreieinhalb Jahren in Amerika war Luise Rainer von Hollywood enttäuscht. Die Rollen, die ihr angeboten wurden, ähnelten sich sehr. Rainer wollte in anderen Filmen mitspielen, was ihr Produzent aber ablehnte. Deswegen löste sie ihren Vertrag mit dem Filmstudio auf und verließ Amerika. Sie zog nach Europa zurück und war hin und wieder im Theater und im Fernsehen zu sehen. Aber ihre große Karriere als Filmschauspielerin konnte sie nicht fortsetzen. Luise Rainer ist am 30. Dezember 2014 im Alter von 104 Jahren in London gestorben.


Joseph Beuys (1921 – 1986)

Auf dem Bild ist Joseph Beuys mit dunklem Hut zu sehen wie er eine Rede hält.

Joseph Beuys engagierte sich für seine Studenten und in der Politik

Joseph Beuys war ein bildender Künstler, Kunsttheoretiker und Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Er wurde am 12. Mai 1921 in Krefeld geboren. Joseph Beuys war bekannt für die ungewöhnlichen Materialien, die er bei seinen Skulpturen und Plastiken verwendete. Der Grund dafür war angeblich ein Unfall während seines Militärdienstes im 2. Weltkrieg. Sein Kampfflugzeug stürzte ab, und er überlebte schwerverletzt. Beuys erzählte später, dass ihn Krimtartaren gefunden und mit Fett und Filz gepflegt hätten – Materialien, die er später für seine Werke verwendete.

Nach dem Krieg begann Beuys ein Studium der Bildhauerei in Düsseldorf. In dieser Zeit wurde er stark von den Ideen Rudolf Steiners beeinflusst. 1953 beendete er sein Studium und 1961 wurde er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Als Wissenschaftler erfand er den „Erweiterten Kunstbegriff“, demzufolge jeder Mensch eigentlich ein Künstler ist. Auf mehreren documenta-Ausstellungen diskutierte und verbreitete er seine Kunst.

Als Hochschullehrer engagierte er sich auch für seine Studenten. Er ließ zum Beispiel auch Studenten in seine Kurse, die von der Universität nicht zugelassen wurden. 1972 wurde er entlassen, nachdem er mit abgelehnten Studenten das Sekretariat der Kunstakademie besetzt hatte. Denn Beuys war nicht nur Künstler, sondern auch politisch aktiv. So gründete er 1980 die Partei „Die Grünen“ mit. Dort setzte er sich für Bürgerbeteiligung und Selbstbestimmung ein. Er gestaltete sogar die Wahlplakate für diese Partei. Joseph Beuys gilt als einer der einflussreichsten, aber auch umstrittensten Kunstschöpfer des 20. Jahrhunderts. In Düsseldorf sind seine Werke in der Kunstsammlung NRW zu sehen.


Glossar

die Welt erobern – hier: auf der ganzen Welt bekannt sein; auf der ganzen Welt Erfolg haben

Ruf (m., nur Singular) – hier: die Meinung, die Leute von jemanden/etwas haben; das allgemeine Ansehen

Metropole, -n (f.) eine große Stadt, die besonders wichtig für ihre Umgebung oder ein bestimmtes Gebiet ist, z. B. die Kunstmetropole

Romantik (f., nur Singular) – hier: eine Epoche der Kunst und Literatur vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

Tuchhändler, -/Tuchhändlerin, -nen jemand, der Stoffe, z. B. aus Wolle, kauft und wieder verkauft und damit Geld verdient

Kaufmännische Lehre, -n (f.) dieAusbildung zu jemandem, der Waren kauft und verkauft und damit Geld verdient

politisch zerrissen – so, dass ein Land keine einheitliche Politik und Regierung besitzt

ständische Gesellschaft (f., nur Singular) – eine Gesellschaft, in der die Menschen nach ihrer sozialen Herkunft in verschiedene Klassen mit verschiedenen Rechten eingeteilt werden

Schicht, -en (f.) – hier: eine soziale Gruppe in der Gesellschaft

Nationalismus (m., nur Singular) – die Vorstellung, dass die eigene Nation besser ist als andere

liberal – hier: so, dass jeder Mensch bestimmte Freiheitsrechte hat, sich frei von staatlichen Zwängen verwirklichen kann

Auslandskorrespondent, -en/Auslandskorrespondentin, -nen – jemand, der für eine Zeitung oder einen Sender in einem anderen Land lebt und dort über das Land berichtet

Lähmung, -en (f.) eine Krankheit, bei der jemand Teile des Körpers nicht mehr bewegen kann

scharf – hier: heftig; deutlich; gezielt

einzigartig – so, dass es nichts und niemand Ähnliches gibt

Versepos, Versepen (n.) – eine Erzählung mit rhythmisch gegliederter und oft gereimter Sprache

Denkmal, Denkmäler (n.) hier:eine Figur, ein Bauwerk oder ein Ort, um an eine bestimmte Person oder ein Ereignis zu erinnern

***

etwas vermarkten – etwas erfolgreich zum Verkauf anbieten

Lack, -e (m.) – eine Art Flüssigkeit, mit der Dinge, z. B. Möbel und Schuhe, angestrichen werden und die dadurch glänzen und einen besseren Schutz haben

etwas rubbeln – über etwas kräftig hin und her reiben

etwas bleichen – etwas heller machen

Motiv, -e (n.) – hier: etwas, das von jemandem fotografiert oder gemalt wurde

zugehörig – zu jemandem oder etwas gehörend

etwas etablieren – etwas aufbauen; dafür sorgen, dass etwas lange besteht

Chor, Chöre (m.) – hier: eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam singen

Ehrenbürger, -/Ehrenbürgerin, -nen – jemand, der von einer Stadt besonders geehrt wurde

***

angesehen – hier: geschätzt; geachtet; respektiert

Talentscout, -s (m.) – jemand, der junge Menschen sucht, die etwas von Natur aus ganz besonders gut können

jemanden entdecken – hier: ein besonderes Talent bei einem Menschen finden, z. B. singen, tanzen, schauspielern

jemanden betrügen – hier: als verheiratete Person eine sexuelle Beziehung zu einem anderen Menschen haben

ex- – ehemalig; früher

erneut – von Neuem; nochmalig; wiederholt stattfindend´

etwas jemandem/etwas verdanken– jemand/etwas ist der Grund für etwas

Auszeichnung, -en (f.) hier: ein Preis; eine Ehrung

Filmstudio, -s (n.) – hier: die Firma, die Filme produziert

sich ähneln – sich ähnlich sein; fast gleich sein

Produzent, -en/Produzentin, -nen – hier: jemand, der die wirtschaftliche und technische Verantwortung für einen Film hat

auf|lösen – hier: etwas beenden; etwas nicht mehr gültig machen

zurück|ziehen – hier: zurückkehren an den Ort, den man früher verlassen hat, um dort zu leben

***

bildender Künstler, -/Künstlerin, -nen – ein Maler; ein Bildhauer; ein Fotograf

Bildhauerei (f., nur Singular) – die Herstellung von Kunstwerken, z. B. Skulpturen und Plastiken, auf festem Material, z. B. Stein, Holz

Skulptur, -en (f.) – eine Figur, die von einem Künstler aus einem bestimmten, festen Material (z. B. Stein oder Holz) herausgearbeitet wurde

Plastik, -en (f.) – eine Figur, die von einem Künstler aus einem oder mehreren Materialien geformt oder gegossen wurden

ab|stürzen – aus großer Höhe herunterfallen

Krimtartar, -en (m.) – Bewohner der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer

Rudolf Steiner – österreichischer Philosoph (1861-1925), der mit seiner esoterischen Denkweise (Anthroposophie) unter anderem die Kunst, die Pädagogik und die Medizin beeinflusst hat

documenta (f.) – die sehr bedeutende Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die alle fünf Jahre in Kassel stattfindet

etwas verbreiten – dafür sorgen, dass etwas bekannt wird

sich für jemanden/etwas engagieren – jemanden sehr unterstützen; → sich für jemanden/etwas einsetzen

jemanden zu|lassen – jemanden für etwas, zum Beispiel ein Studium, annehmen; jemandem erlauben, etwas zu tun

etwas besetzen – etwas belagern; an einen bestimmten Ort gehen und dort bleiben, auch wenn es nicht erlaubt ist

sich für jemanden/etwas ein|setzen – jemanden unterstützen; jemanden schützen; →sich für jemanden engagieren

Bürgerbeteiligung, -en (f. ) die Möglichkeit für alle Menschen in einer Stadt oder einem Land, die Entscheidungen der Politik zu beeinflussen

Wahlplakat, -e (n.) – eine Art Schild, mit dem eine Partei vor einer Wahl Werbung macht

umstritten – so, dass es zu jemanden/etwas positive und negative Meinungen gibt

Kunstschöpfer, -/Kunstschöpferin, -nen – jemand, der Kunst erschafft, z. B. ein Musiker, ein Schriftsteller, ein Maler

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema