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Aktuell Europa

Krawalle in Schweden gehen weiter

In der vierten Nacht in Folge ist es in Schweden zu Ausschreitungen gekommen. Nach Medienberichten griffen die Unruhen auf Vororte von Stockholm über. Auslöser war offenbar ein tödlicher Polizeieinsatz.

Bei den Auseinandersetzungen in der Nacht zum Donnerstag ist nach schwedischen Medienangaben mindestens ein Polizist verletzt worden. Eine Gruppe von Jugendlichen hatte wieder randaliert, Steine geworfen, Scheiben zertrümmert und Autos angezündet. Auch eine Polizeiwache in Stockholm sei in Brand gesteckt worden. Das Feuer habe jedoch schnell gelöscht werden können.

Auch in der südschwedischen Stadt Malmö, wo vergangene Woche der Eurovision Song Contest stattfand, gingen Fahrzeuge in Flammen auf.

Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hatte bereits zuvor zur Ruhe aufgerufen. "Das Anzünden des Autos eines Nachbarn ist kein Ausdruck von Meinungsfreiheit, sondern Rowdytum", sagte Reinfeldt der Nachrichtenagentur TT.

"Angriffe sind inakzeptabel"

Schweden sei "ein Land, das große Gruppen von Menschen aus anderen Staaten aufnimmt." Jeder müsse dafür Verantwortung übernehmen, dass wieder Ruhe einkehrt, fügte Reinfeldt hinzu. Justizministerin Beatrice Ask kündigte an, Gewalt und Vandalismus in den Vororten nicht zu tolerieren. Angriffe auf Polizisten oder Rettungskräfte seien "inakzeptabel", betonte sie.

Jugendliche stehen vor einer U-Bahn-Station in Husby (Foto: AFP)

Im Vorort Husby keimten die Unruhen auf

In Husby, einem Vorort im Norden Stockholms, waren am vergangenen Sonntag erstmals Unruhen aufgekeimt. Hintergrund soll der Tod eines 69-Jährigen sein, den die Polizei nach offiziellen Angaben in Selbstverteidigung erschoss. Nach der Schießerei gingen in Husby Fahrzeuge in Flammen auf, Jugendliche bewarfen Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr mit Steinen. Ähnliche Szenen ereigneten sich wenig später in Fittja südlich von Stockholm sowie in anderen Vororten.

Hohe Arbeitslosigkeit

In Husby waren in den frühen 1970er Jahren Sozialwohnblöcke errichtet worden. Nach Schätzungen haben etwa 80 Prozent der rund 12.000 dort lebenden Menschen einen Migrationshintergrund, die Quote der Jugendarbeitslosigkeit gehört zu den höchsten des Landes.

GD/se (dpa, afp)