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Bulgarien

Krawalle in bulgarischem Flüchtlingslager

Bulgarien ist arm und die Lage in den Flüchtlingsunterkünften ist kritisch. In einem der überfüllten Camps grassieren nun Krankheiten. Die Behörden richteten daraufhin eine Ausgangssperre ein. Die Folge: Ausschreitungen.

Etwa 1500 Flüchtlinge haben in Bulgariens größtem Aufnahmezentrum gewaltsam gegen eine Ausgangssperre protestiert, die wegen der Erkrankung zahlreicher Menschen in dem Camp verhängt worden war. Das berichteten bulgarische Medien übereinstimmend.

Flüchtlinge wollen Grenzöffnung

Bei den Ausschreitungen im Aufnahmelager bei Harmanli, nahe der türkischen Grenze, waren rund 250 Polizisten im Einsatz. Wie das Staatsradio berichtete, zündeten aufgebrachte Flüchtlinge Autoreifen an, beschädigten Tische und Stühle im Speisesaal und warfen Mülltonnen um. Die Flüchtlinge verlangten neben der Öffnung des Lagers, dass die bulgarische Grenze zum Nicht-EU-Land Serbien geöffnet werde, da sie nicht länger in dem ärmsten EU-Land bleiben wollten. Über Serbien wollen sie in westliche EU-Staaten ausreisen.

Proteste von Nationalisten

Die rund 3000 Flüchtlinge dürfen das Zentrum seit einigen Tagen vorerst nicht verlassen, weil es dort mehr als hundert Krankheitsfälle gibt. Bei 128 Menschen hatten Ärzte vor allem Hautkrankheiten sowie Windpocken und Virusinfektionen festgestellt; es gebe allerdings, wie es hieß, keine Massenerkrankungen. Mit der Ausgangssperre reagierten die Behörden auf Proteste von Nationalisten. Bulgariens Aufnahmezentren sind voll besetzt. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt rund 13.000 Flüchtlinge registriert. Die Tendenz im November ist nach amtlichen Angaben leicht rückläufig.

cgn/qu (afpe, dpa, rtr)

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