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Aktuell Afrika

Krawalle am Kairoer Präsidentenpalast

Aus Protest gegen den islamistischen Staatschef gingen in mehreren ägyptischen Städten des Landes wieder Zehntausende Menschen auf die Straße. Noch am Donnerstag hatten sich alle politischen Gruppen zum Dialog bekannt.

Kairo, Präsidentenpalast, Krawalle dort (AP Photo/)

Kairo Ägypten Proteste Feuer Präsidentenpalast

Die arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira und Al-Arabija berichten übereinstimmend von Auseinandersetzungen am Präsidentenpalast in Kairo. Der Amtssitz von Mohammed Mursi sei mit Brandsätzen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden, hieß es. Im Garten des Palastes habe es kurzzeitig ein Feuer gegeben. Die Sicherheitskräfte gingen mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Hunderte Demonstranten vor. Ein 23-jähriger Demonstrant wurde laut Gesundheitsministerium erschossen.

Opposition: Die Revolution wird verraten

Zu den Protesten aufgerufen hatte die wichtigste Gruppe der ägyptischen Opposition, die Nationale Heilsfront. Sie fordert eine Regierung der nationalen Einheit sowie Änderungen an der von den Islamisten geprägten neuen Verfassung. Dem Präsidenten wirft die Opposition vor, nicht die Interessen des gesamten Volkes zu vertreten und die Revolution zu verraten, die vor zwei Jahren zum Sturz des langjährigen Staatschefs Husni Mubarak geführt hatte.

In den vergangenen Tagen war es bei Protesten gegen die Regierung immer wieder zu blutigen Ausschreitungen gekommen, bei denen fast 60 Menschen getötet wurden. Besonders viele Todesopfer gab es in Port Said.

Kairo, Treffen aller politischen Gruppen in Ägypten, Foto: Reuters

Noch am Donnerstag hatte es in Kairo ein Treffen aller politischen Gruppen gegeben

Zuletzt hatten unter dem Vorsitz des einflussreichen Großimams Ahmed el-Tajjeb Oppositionsführer, Islamisten sowie Vertreter von Jugendgruppen, Geistliche und unabhängige Persönlichkeiten über die politische Krise beraten und sich dabei in seltener Eintracht gezeigt.

In einem Abschlussdokument bekannten sie sich zu einem "ernsthaften Dialog" und verurteilten "alle Formen von Gewalt und Anstachelung zur Gewalt". Allerdings: Mursis Angebot für einen nationalen Dialog hatte die Opposition schon im Vorfeld des Treffens ausgeschlagen. Mursi war noch Mitte der Woche in Deutschland gewesen. Mit Blick auf die angespannte Lage in seinem Land hatte er den Besuch aber auf nur einige Stunden beschränkt.

haz/uh (afp, dpa)

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