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Wissen & Umwelt

Krake in Kokosnuss

Der Kokosnuss-Oktopus mit Koksnussschalen unterwegs (Foto: Roger Steene)

Fix wie nix mit den Schalen unterwegs

Menschen tun es, Affen auch, selbst Vögel, aber wirbellose Tiere? Ja. Die Krake Amphioctopus marginatus benutzt Werkzeuge. In ihrem Fall: Kokosnussschalen. Aus ihnen baut sie sich einen Unterschlupf zum Schutz vor Fressfeinden und schleppt die Schalen sogar mit sich herum.

Australische und britische Wissenschaftler haben das Verhalten von insgesamt 20 dieser Tiere zwischen 1999 und 2008 vor der Nordküste der indonesischen Inseln Bali und Sulawesi beobachtet. Zum Transport legen die Kraken zwei Kokosnussschalen ineinander, setzen sich rein, versteifen ihre Arme, stemmen sich so mitsamt ihrer Fracht hoch und trippeln dann etwas unbeholfen über den Meeresgrund.

Stelzenlauf mit Kokosnuss

„Es war ein extrem komischer Anblick. Ich habe unter Wasser noch nie so lachen müssen“, sagte der Biologe Julian Finn vom Museum Victoria in Melbourne. Nährt sich ein Fressfeind, können die Kraken die beiden Nusshälften blitzschnell zusammenfügen und sich in diese Kugel zurückziehen.

Auch Einsiedlerkrebse nutzen verlassene Schneckenhäuser, um sich vor Feinden zu schützen. Es sei aber ein fundamentaler Unterschied, ob ein Tier einfach einen Gegenstand aufnehme, um ihn sich zum Schutz über den Kopf zu stülpen oder ob es gezielt einen Gegenstand sammele, arrangiere, transportiere und wieder zusammenbaue – so die Forscher.

Vielarmer mit viel Gehirn

Kraken gelten schon lange als sehr intelligent, sie sind neugierig und lernfähig. Unter allen wirbellosen Lebewesen haben sie das am besten ausgebildete Gehirn. Der Schalen sammelnde Oktopus heißt übrigens schon längst Kokosnuss-Krake – weil er beim Schwimmen schon mal sechs seiner acht Arme um sich schlingt und damit aussieht wie eine im Wasser treibende Kokosnuss.

Autorin: Marlis Schaum/APD/dpa

Redaktion: Ulrike Wolpers