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Kultur

Kraftklub: Erfolg mit Flügeln und Hosenträgern

Kraftklub sind zurück. Neue Tour, neues Album, neues Marketing: Auf dem Weg zurück an die Charts-Spitze unterstützt die Band ein Getränkehersteller. An Sound und Humor der Band ändert das nichts.

Kraftklub haben eine Karriere im Schnellvorlauf hinter sich: Ihr Debüt "Mit K" steigt Anfang 2012 auf Platz eins ein und bleibt fast ein Jahr lang in den Charts. 2013 ist ein Song der Band - als einziger deutscher - auf "FIFA 13" zu hören, einem der beliebtesten PC- und Konsolenspiele. Im selben Jahr festigen die fünf Chemnitzer ihren Ruf als großartige Live-Band und spielen unter anderem ein umjubeltes Konzert bei Rock am Ring - sie sind der heimliche Headliner von Deutschlands größtem Musikfestival. Noch mehr Zuschauer feiern sie 2014, beim Doppelfestival Hurricane/Southside. Und nun folgt die Fortsetzung für die deutsch rappenden Indie-Rocker: ihre neue Platte "In Schwarz".

"In Schwarz" machen Kraftklub weiter, wo sie "Mit K" aufgehört haben

Das zweite Album gilt als das schwerste, erst recht nach einem so erfolgreichen ersten. Doch Kraftklub machen einfach dort weiter, wo sie "Mit K" aufgehört haben: mit eingängigen und antreibenden Songs. Schlagzeuger Max Marschk gibt den Takt an, Steffen Israel, Karl Schumann und Till Brummer vervollständigen den Sound, der an Bands wie Bloc Party und Franz Ferdinand erinnert. Und Tills Bruder Felix macht mit seinen klugen Texten, die mal persönlich sind und mal politisch, den Unterschied.

Kraftklub-Sänger Felix Brummer (Foto: dpa)

Kraftklub-Sänger Felix Brummer, hier noch in Weiß

Das Spiel mit den Fans

Die vergangenen Jahre reflektieren Kraftklub gleich in ihrer ersten Single - mit dem ihnen eigenen Humor: In "Unsere Fans" drehen sie den sonst üblichen Vorwurf des Ausverkaufs an sogenannte Indie-Bands einfach mal um: Nicht sie, nein, ihre Fans hätten sich verändert und verkauft, heißt es da im Refrain. "Unsere Fans sind jetzt Mainstream!" Dazu ein Video, in dem sich die Musiker als großkotzige, in Geld nur so schwimmende Superstars gerieren, ganz so, wie man es aus den Darstellungen von US-Rappern kennt.

Und die Fans - die danken es ihnen. "Das Warten hat sich gelohnt", "Geile Sache", "Ich freu mich aufs Album" heißt es in den Kommentaren zu dem

Clip

, der in gut zehn Tagen bereits mehr als 180.000 Mal bei YouTube geschaut wurde. Auch der andere große Erfolgsindikator dieser Tage, die Amazon-Bestseller, verheißen den nächsten großen Wurf: Nummer eins in der Kategorie Musik hieß es da schon lange vor der Veröffentlichung von "In Schwarz", aktuell noch immer Platz zwei, immerhin vor Herbert Grönemeyers kommenden Album.

Zum Konzert per GPS

Um auf dem Weg an die Spitze der Album-Charts vorbei an Schlagerkönigin Helene Fischer und Wolfgang Niedeckens BAP auch nichts dem Zufall zu überlassen, haben Kraftklub am Tag vor dem Release eine "Geheimtour" gestartet, präsentiert von einem österreichischen Getränkehersteller, der damit wirbt, Flügel zu verleihen. In einem mit GPS ausgestatteten Konvoi ist die Band in Deutschland unterwegs. Die begehrten Karten bekommt, wer ordentlich Promo in den Sozialen Netzwerken macht, erklärt Sänger Felix Brummer im dazugehörigen Video-Clip.

Ein gefordertes Hashtag heißt #INSCHWARZ. Also wie die neue Platte der Chemnitzer, die in ihrem ersten Hit "Ich willnicht nach Berlin" niemals in die Hauptstadt wollten - und es bei ihrer kommenden, großen Tournee durch die Hallen der Nation doch tun, wieder einmal. Auch 2014 darf man Kraftklub nicht allzu ernst nehmen. Und darf sich über ihre roten Hosenträger, die sie immer noch - jetzt über schwarzen Oberteilen - tragen, freuen. Ihre Karriere im Schnellvorlauf ist noch lange nicht vorbei.

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