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Krachmacher

Ein Fest, das besonders gut war, ist ein Kracher. Und mit den Freunden kann man Krach haben, wenn die Dinge mal nicht so gut laufen. Was auch immer der Grund ist: Krach gehört zum Leben dazu.‎

Hach! Wollten Sie nicht auch schon lange mal wieder so richtig Krach machen? Die Phonetik des lautmalerischen Wortes allein lässt schon erahnen, worauf das hinausläuft: K-R-A-CH. Am Anfang der harte Gutturallaut "k", der von einem stimmlosen "r" abgelöst wird, um schließlich nach dem offenen "a" in dem staubtrockenen Rachenlaut "ch" zu enden. KRACH – klasse!

Krach als Ritual

Krach gemacht hat der Mensch schon immer gerne; früher vorzugsweise, um den Gegner zu beeindrucken und die Schlacht zu gewinnen. Ebenfalls ein Relikt aus alten Zeiten sind Feste zur Vertreibung von Dunkelheit und Dämonen, die in allen Kulturen vorkommen. So bedient sich der Karneval gerne des Krachs in Form von diversen Musikinstrumenten, besonders Trompeten und Trommeln, um den Winter auszutreiben.

In den rheinischen Karnevalshochburgen erhält der Spieler und Träger der so genannten "Dicken Trumm" immer besonders viel Beifall, denn dieser spielt während der "tollen Tage" diesen "Rhythmus, wo man mitmuss", nämlich zwei langsame, gefolgt von drei schnellen Schlägen. So manches Karnevalslied wurde damit schon ein Hit, ein richtiger Kracher eben.

Mit Krach gegen die Angst

Auch den Jahreswechsel feiern wir mit gigantischen Feuerwerken und setzen krachende Böller, pfeifende Raketen und zischende Knallfrösche gegen die bösen Geister ein. Dieselbe Taktik benutzen Kinder: Wer der Mutter ein Glas mit Eingemachtem aus dem Keller holen muss, macht sich durch lautes Pfeifen oder Singen Mut.

In diesem Alter passiert es auch, dass einem beim Rollschuhfahren oder Fußballspielen die Hose kracht. Eigentlich leitet eher ein leises "Rrrritsch" den peinlichen Umstand ein, und wenn die Freunde dann über einen lachen, kann es passieren, dass man sich für eine Weile mit ihnen verkracht.

Kleine Krachmacher

Apropos Kinder: Zum Studium von Krach ebenfalls bestens geeignet sind Geburtstagsfeiern der lieben Kleinen. Hier muss klar differenziert werden. Auf Mädchengeburtstagen wird vorzugsweise grundlos gekreischt, laut der neuste Hit gesungen, auf Holzpfeifchen getrillert und geflötet.

Dagegen wird bei Jungengeburtstagen eher mit Dinosaurierstimmen trompetet, auf Treppen gepoltert, werden Schlachtrufe gebrüllt, und es wird auf diversen Haushaltsgegenständen getrommelt.

Laute und leise Krachmacher

Das sind alles die positiven Seiten des Krachmachens, es gibt aber auch den ungesunden Krach, den wir in Zeiten von Flugzeugen, Autos, Presslufthämmern und Terminwarengeschäften selbst verschuldet haben. Hier krachen auf der Kreuzung Autos – und zwar ineinander.

Vergleichsweise wenig Geräusch macht ein Börsenkrach. Dabei stürzt nämlich nicht etwa das Geldinstitut in sich zusammen, sondern die Kurse an der Börse, und das macht nicht viel Lärm. Den macht dann dafür der bedauernswerte Aktionär, der seine Faust krachend auf den Tisch sausen lässt, wenn er von seinen Verlusten erfährt. Peinlich auch das auf zweifelhaften Managerseminaren vermittelte Urschreiprinzip nach dem Motto "Schreien Sie sich frei!". Wenn das jeder täte! Nein, dann also doch lieber Kindergeburtstag und Karneval.

Krach macht Spaß

Bleibt abschließend die Frage: Warum macht Krachmachen so viel Spaß? Die Antwort ist einfach: Man spürt, dass man lebt. Und das zeigt man seinem Gegenüber, indem man besonders viel Krach macht. Außerdem verbindet gemeinsames Krachmachen. Wer schon mal in einem Fußballstadion war, weiß, wovon hier die Rede ist …

Autor: Anke Berlin

Redaktion: Shirin Kasraeian

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