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Wirtschaft

Kräftiger Aufschwung in Deutschland?

Die Industriestaaten-Organisation OECD sagt der deutschen Wirtschaft ein kräftiges Wachstum voraus. Deutsche Wirtschaftsinstitute sind ähnlich optimistisch.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 1,9 und 2016 sogar um 2,3 Prozent wachsen, erklärte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem am Mittwoch (18.03.2015) veröffentlichten Konjunkturbericht. Im November hatte die Organisation lediglich 1,3 und 1,9 Prozent vorhergesagt. "Niedrige Ölpreise und die lockerere Geldpolitik haben die Weltwirtschaft an einen Wendepunkt gebracht", sagte OECD-Chefvolkswirtin Catherine Mann. Davon profitiere die exportabhängige deutsche Wirtschaft. Diese war 2014 um 1,6 Prozent gewachsen.

Im Aufwind sieht die Organisation auch die

Eurozone

insgesamt: Deren Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr um 1,4 und 2016 um 2,0 Prozent zulegen. "Es gibt keinerlei Grund zur Selbstzufriedenheit", warnte Mann trotz der günstigeren Aussichten. "Durch die übermäßige Abhängigkeit von der Geldpolitik entstehen finanzielle Risiken, während es bislang noch keine Belebung bei den Unternehmensinvestitionen gibt." Um ein nachhaltiges Wachstum und stabile Staatsfinanzen zu schaffen, seien Finanz- und Strukturreformen notwendig.

Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet die Märkte mit billigem Geld, was den Euro kräftig abwerten lässt. Dadurch werden Exporte aus den Euro-Ländern wettbewerbsfähiger, was die Konjunktur anschiebt.

Als Zugpferd der Weltwirtschaft sieht die OECD weiter die USA: Diese sollen 2015 und 2016 um jeweils rund drei Prozent wachsen. Impulse werden auch aus Indien erwartet. Dem großen Schwellenland wird in diesem Jahr ein Wirtschaftwachstum von 7,7 Prozent zugetraut, das 2016 auf 8,0 Prozent steigen soll. Indien würde damit sogar China abhängen.

Auch deutsche Ökonomen sind optimistisch

Den Optimismus für die deutsche Wirtschaft

teilen auch deutsche Ökonomen. So erwarten die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) für 2015 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie sie am Mittwoch in ihrer neuen Prognose mitteilten. Anzeichen einer Überhitzung sehen die Experten aber nicht, da wichtige Absatzmärkte wie der Euroraum und China sich nur schwach entwickelten. Schwung komme vor allem von den Ausgaben der Verbraucher. Für das kommende Jahr rechnen die Ökonomen mit einem Anziehen der Konjunktur um 1,9 Prozent.

Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hob am Mittwoch seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,5 auf 2,1 Prozent an. Für 2016 erwarten die Konjunkturforscher für die deutsche Wirtschaft einen weiteren Zuwachs um 1,9 Prozent. Dank dieser Entwicklung soll die Arbeitslosenquote weiter sinken: Von 6,7 Prozent 2014 auf 6,2 Prozent im kommenden Jahr.

zdh/hmf (rtr, dpa)