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Aktuell Asien

Kosten für Fukushima-Katastrophe verdoppelt

Für Aufräumarbeiten und Entschädigungen muss der Kraftwerkbetreiber Tepco umgerechnet 100 Milliarden Euro zahlen. Das mittlerweile verstaatlichte Unternehmen will die Regierung um weitere Finanzspritzen bitten.

Am 11. März vergangenen Jahres explodierten im japanischen Fukushima mehrere Atomreaktoren, ausgelöst durch ein gigantisches Erdbeben der Stärke 9,0 und den darauf folgenden Tsunami. Jetzt explodieren die Kosten für die Katastrophe in ähnlich dramatischer Weise: Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Tepco werden für die Aufräumarbeiten im Unglücksreaktor sowie für Entschädigungen an rund 1,5 Millionen Menschen aus der verstrahlten Region mindestens zehn Billionen Yen erforderlich sein. Das entspricht einem Betrag von umgerechnet 100 Milliarden Euro – oder zwei Prozent des japanischen Bruttoinlandprodukts.

Staatliche Hilfe erforderlich

Im April hatte der Energiekonzern Tepco die Kosten noch mit der Hälfte der jetzt veröffentlichten Summe beziffert. Die japanische Regierung hatte dem Unternehmen im Juli bereits mit einer Finanzspritze von umgerechnet fast zehn Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Im Gegenzug wurde Tepco verstaatlicht.

In einer Pressemitteilung erklärte der Energiekonzern jetzt, er könne die derartig gestiegenen Kosten nicht alleine bewältigen, und kündigte an, weitere staatliche Mittel anzufordern. "Es ist unvermeidbar, dass wir den aktuellen finanziellen Unterstützungsplan überarbeiten", sagte Tepco-Chef Kazuhiko Shimokobe.

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Japan steigt aus Atomkraft aus (15.09.2012)

Zukunftspläne für die Unglücksregion

An der Stelle des Atomunglücks will Tepco ein Zentrum zur Überwachung der Aufräumarbeiten mit 4.000 Angestellten aufbauen. Außerdem werde im Zuge der Sanierung geprüft, ob in Fukushima ein modernes Kohlekraftwerk errichtet werden könne. Die japanische Regierung plant nach eigenen Aussagen den Ausstieg aus der Atomtechnologie in den nächsten Jahrzehnten.

Das Unglück von Fukushima war die schlimmste Ktastrophe seit dem Atomunfall von Tschernobyl im Jahr 1986. Mehr als 15.000 Menschen starben, Millionen verloren ihre Arbeitsplätze und ihre Wohnungen.

mak/kle (afp, dpa, Reuters)

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