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Fokus Osteuropa

Kosovo: Verhandlungsteam für Status-Gespräche gegründet

Präsident Rugova hat ein Team für die bevorstehenden Kosovo-Gespräche präsentiert, das bereits vom Parlament gebilligt wurde. Damit steht fest, wer von albanischer Seite über den Status Kosovos verhandeln wird.

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Kosovo-Präsident Ibrahim Rugova wird das Verhandlungsteam leiten

Das Verhandlungsteam der albanischen Mehrheit wird von Ibrahim Rugova selbst geleitet. Parlamentspräsident Nexhat Daci, Ministerpräsident Bajram Kosumi sowie die Führer der beiden Oppositionsparteien, Hashim Thaci und Veton Surroi, sind weitere Mitglieder der Verhandlungsgruppe.

Rugova für Unabhängigkeit

In der von Rugova veröffentlichten Erklärung heißt es: „Dies ist ein historischer Augenblick für Kosovo. Wir werden der Welt zeigen, dass Kosovo bereit ist, seinen Platz in der Welt der unabhängigen und freien Staaten einzunehmen“. Der 60-Jährige an Lungenkrebs erkrankte Rugova rief gleichzeitig alle Parteien auf, ihre Streitigkeiten ruhen zu lassen, um das Ziel, die Unabhängigkeit Kosovos, nicht zu gefährden. Vor allem die größte Oppositionspartei – die Demokratische Partei Kosovos (PDK) unter Vorsitz des früheren Rebellenkommandeurs Thaci hatte in den letzten Tagen den Rücktritt von Regierungschef Bajram Kosumi wegen angeblicher Korruption verlangt.

Lagebericht hinter verschlossenen Türen

Der UN-Sonderbeauftragte für den Kosovo, Kai Eide, wird nach Darstellung albanischer Medien in den nächsten Tagen in New York seinen Lagebericht hinter verschlossenen Türen vorstellen. Von diesem Bericht wird abhängen, ob die Verhandlungen über die staatliche Zukunft Kosovos noch in diesem Herbst aufgenommen werden. Eide werde zwar Kritik an der Sicherheitslage im Kosovo und der mangelnden Rückkehr der zum Teil vertriebenen serbischen Minderheit üben, jedoch die Aufnahme von Verhandlungen empfehlen, heißt es aus Diplomatenkreisen in Pristina.

Petersen begrüßt Rugovas Initiative

Der Chef der UN-Verwaltung im Kosovo, Sören Jessen-Petersen, sagte nach seiner Rückkehr aus New York und dem anschließenden Treffen mit Präsident Rugova: „Wir sind dem Start der Statusgespräche noch einen Schritt näher gekommen. Die politischen Parteien müssen sich jetzt bereit machen für die Statusgespräche. Sie können wirklich keine Zeit mehr verschwenden. Ich begrüße die Initiative seitens Präsident Rugova zur Bildung einer Verhandlungsdelegation. Ich bin überzeugt, dass die Diskussionen im Parlament hilfreich sein werden, um die Gespräche über den Status des Kosovo vorzubereiten."


Bekim Shehu, Pristina

DW-RADIO/Albanisch, 29.9.2005, Fokus-Ost-Südost