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Fokus Osteuropa

Kosovo-Politiker begrüßen Empfehlung für Statusgespräche

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat dem UN-Sicherheitsrat empfohlen, die Verhandlungen über den endgültigen staatsrechtlichen Status des Kosovo aufzunehmen. DW-RADIO hat Reaktionen aus der Region gesammelt.

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Grünes Licht für Statusgespräche aus New York

Der Leiter der UN-Mission im Kosovo, UNMIK, Søren Jessen Petersen begrüßte Annans Empfehlung. Ihm zufolge ist nun der Weg für die Arbeitsgruppen geebnet, Standards für das Kosovo zu schaffen. Er betonte, das Kosovo müsse bis zu einer endgültigen Entscheidung über seinen Status tatsächlich eine multiethnische Gemeinschaft werden. Ferner meinte der UNMIK-Leiter: "Der Bericht von Kai Eide ist ehrlich, ausgeglichen und objektiv. Er betont zahlreiche Errungenschaften, weist allerdings auch auf Probleme hin, die berücksichtigt werden müssen".

Syle Ukshini, Leiter des Informationsbüros von Premier Bajram Kosumi, unterstrich ebenfalls, dass der Bericht des Sondergesandten Eide realistisch sei und erzielte Fortschritte im Kosovo aufzeige. Ukshini sagte der Deutschen Welle: "Sowohl der Premier als auch die Regierung des Kosovo haben bereits mehrfach betont, dass es noch einiges zu tun gibt und einige geforderte Standards noch nicht vollkommen erfüllt sind. Dies bedeutet aber nicht, dass damit die Standards abgeschlossen sind. Die Arbeit an der Erfüllung der Standards wird auch nach der Aufnahme der Verhandlungen und nach der Lösung der Statusfrage fortgesetzt, wie es Premier Kosumi bereits angekündigt hat", so Ukshini.

Für den Pressesprecher von Präsident Ibrahim Rugova, Muhamet Hamiti, ist es von besonderer Bedeutung, dass Kai Eide empfohlen habe, die Verhandlungen über den Status des Kosovo aufzunehmen. Er fügte hinzu: "Wir haben niemals gesagt, dass alle Standards in kurzer Zeit erfüllt werden könne. Wir haben sogar gesagt, dass ein Teil der Standards schneller und besser nach der Lösung des endgültigen Status des Kosovo - genauer gesagt seiner Unabhängigkeit - umgesetzt werden kann. Dies gilt insbesondere für den Bereich Wirtschaft".

Randjel Nojkic, Vertreter der "Serbischen Liste für Kosovo und Metohija", zufolge ist die Empfehlung von Kofi Annan, die Verhandlungen aufzunehmen, nicht überraschend. Nojkics Einschätzung nach ist der Bericht des Sonderbeauftragten Eide realistisch und spiegelt die Lange vor Ort wider. "Mir fiel auf, dass er auf die Tatsache hinweist, dass sich die serbische Gemeinschaft ebenso wie auch andere nicht-albanische Gemeinschaften in einer sehr schwierigen Lage befindet, beziehungsweise die Standards in dieser Hinsicht nicht erfüllt sind", sagte Nojkic.

Der Bericht von Botschafter Kai Eide sowie die Empfehlung von Kofi Annan, die Verhandlungen über den endgültigen Status des Kosovo aufzunehmen, werden auch Thema der Sitzung des UN-Sicherheitsrates am 24. Oktober in New York sein. Die Aufnahme der Verhandlungen selbst wird gegen Jahresende erwartet.

Zulfija Jakupi, Pristina
DW-RADIO/Serbisch, 9.10.2005, Fokus Ost-Südost

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