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Europa

Kosovo: Opposition erklärt sich zum Wahlsieger

Bei der Parlamentswahl im Kosovo hat die oppositionelle Demokratische Partei unter Führung des ehemaligen Untergrundkämpfers Hashim Thaci inoffiziellen Ergebnissen zufolge die meisten Stimmen erhalten.

Hashim Thaci , Quelle: AP

Thaci will nach dem Sieg die Unabhängigkeit des Kosovo ausrufen, sollten die Verhandlungen ergebnislos bleiben

"Ich danke allen, die zu unserem Sieg und zum Sieg des Kosovo beigetragen Haben", sagte Hashim Thaci am Sonntag (18.11.2007) auf einer Veranstaltung seiner Demokratischen Partei (PDK) in der Provinzhauptstadt Pristina vor mehreren tausend jubelnden Anhängern. "Heute abend hat sich im Kosovo die Zeitrechnung geändert", sagte Thaci. "Eine neue Ära beginnt." Mit der Wahl hätten die Bürger des Kosovo der Welt die Botschaft gesandt, dass die Provinz als demokratisches Land in die europäische Familie eintreten kann.

Thaci setzt sich dafür ein, umgehend die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien auszurufen. Nach den bis Sonntagmorgen vorliegenden Auszählungsergebnissen kann die PDK mit 35 Prozent der Stimmen rechnen, die Demokratische Liga (LDK) von Präsident Fatmir Sejdiu mit 23 Prozent.

Der Leiter der OSZE-Mission im Kosovo, Tim Guldimann, zeigte sich zufrieden mit dem Wahlverlauf. Größere Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Die US-Regierung hat den friedlichen Verlauf der Parlamentswahlen begrüßt und zugleich den Wahlboykott der serbischen Minderheit kritisiert. "Die USA bedauern die Entscheidung der Serben im Kosovo sehr, ermuntert durch die serbische Regierung nicht an diesen Wahlen teilzunehmen", erklärte US-Außenamtssprecher Sean McCormack.

Serben boykottierten Wahl

Der Urnengang wurde von der serbischen Minderheit massiv boykottiert, die Beteiligung lag bei 45 Prozent und damit niedriger als 2004. Die rund 100.000 Serben im Kosovo wollten den vorläufigen Institutionen des Kosovo keine Legitimation verschaffen, sagte ein Sprecher der Partei des serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica.

Am Dienstag wird die Kosovo-Troika aus USA, Russland und Europäischer Union erneut in Brüssel versuchen, zwischen Vertretern der serbischen Regierung und der Verhandlungsdelegation des Kosovo einen Kompromiss zu erreichen. Bis zum 10. Dezember soll die Troika UN-Generalsekretär Ban Ki Moon einen Plan zur Lösung der Status-Frage vorlegen. Der Plan von UN-Vermittler Martti Ahtisaari für eine durch die EU überwachte Unabhängigkeit des Kosovo scheiterte bisher im UN-Sicherheitsrat am Widerstand Russlands. (kas)

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