1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fokus Osteuropa

Kosovo: Neuer Anlauf für Privatisierung

Die Privatisierungsagentur des Kosovo hat Unternehmen, die noch immer in Staatsbesitz sind, zum Verkauf ausgeschrieben.

default

Beispiel für erfolgreiche Privatisierung: Brauerei in Peja

Geht es nach den Vorstellungen der Privatisierungsagentur des Kosovo, dann sollen Arbeitsplätze bei der Privatisierung von großen Staatsunternehmen erhalten bleiben. Die neuen Besitzer müssen sich vertraglich verpflichten, Arbeitsplätze weiterzuführen. Zudem sollen die Beschäftigten der Unternehmen mit jeweils 20 Prozent am Verkaufserlös beteiligt werden.

Beispiele für gelungene Privatisierungen im Kosovo gibt es: Der Komplex der Brauerei von Peja (serbisch Pec) hat eine Fläche von 24 Hektar. Die Firma kann von sich sagen, dass sie eine erfolgreiche Privatisierungsgeschichte hinter sich gebracht hat. Die Brauerei war 1971 gegründet worden, mit einer anfänglichen Produktionskapazität von 300.000 Hektolitern pro Jahr. Bis zum Jahr 2006 war die Brauerei in „gesellschaftlichem Eigentum“, nach altem jugoslawischem Recht. Die Brauerei wurde dann von einem Konsortium der Slowenischen Brauerei „Lasko Pivo“ mit der kosovarischen Dukagjini Unternehmensgruppe übernommen. Nun produziert die Brauerei von Peja etwa eine Million Hektoliter Bier pro Jahr und liefert ihre Produkte in ein Dutzend Drittländer, darunter auch nach Deutschland, Großbritannien und die USA.

Interessanter Markt

Sebastian Gergeta, Generaldirektor des Unternehmens, glaubt, dass das Beispiel seiner Firma auch für andere Firmen Gültigkeit haben kann: „Der kosovarische Markt ist geeignet für Investitionen und hat zahlreiche Vorteile im Vergleich mit den Nachbarstaaten. Vor allem die jungen Arbeitskräfte sind ein Standortvorteil. Slowenische Unternehmen sind hier sehr präsent und Kosovo ist ein Ort, wo sie bevorzugt investieren.“

Allerdings ist diese Erfolgsgeschichte der Privatisierung nicht typisch. Die bisherigen Privatisierungen hatten häufig nur eine Weiterführung der Firmen mit geringerer Produktionskapazität oder sogar eine völlige Aufgabe des ursprünglichen Geschäftszieles zur Folge. Damit waren sie nicht geeignet, der Wirtschaft des Kosovo einen Wachstumsimpuls zu geben, sondern viele Beschäftigte landeten auf der Straße.

Veraltete Maschinen

Hinzu kommt ein anderes Problem: Viele Firmen arbeiten noch heute mit einem völlig veralteten Maschinenpark. Die letzten Investitionen staatlicherseits gab es bei gesellschaftlichen Unternehmen in den 80er Jahren.

Von den 600 Betrieben, die noch in der Treuhandverwaltung verblieben sind, wurden nun 249 zur Privatisierung ausgeschrieben. Zuvor waren bereits 467 privatisiert worden, und 166 sind bereits im Privatisierungsprozess. Die Treuhand hat durch die Privatisierungen 400 Millionen Euro eingenommen, von denen 19 Millionen den ehemaligen Betriebsangehörigen zugute gekommen sind, gemäß der Vereinbarung, dass die Beschäftigten der Unternehmen mit jeweils 20 Prozent am Verkaufserlös der Firma beteiligt werden.

Autorin: Ajete Beqiraj

Redaktion: Bernd Johann

Die Redaktion empfiehlt