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Europa

Kosovo: Keine Annäherung

Im Bemühen um einen Kompromiss zur Zukunft des Kosovos stößt UN-Vermittler Martti Ahtisaari auf verhärtete Fronten. Am 10. März soll ein letzter Versuch gestartet werden.

UN-Gesandter Martti Ahtisaari kratzt sich am Kopf

Eine gewisse Ratlosigkeit macht sich breit beim UN-Gesandten Martti Ahtisaari

Die Haltung Serbiens und der albanischen Mehrheit im Kosovo zum künftigen Status der südserbischen Provinz sei nach wie vor gegensätzlich, erklärte Ahtisaari am Freitag (2.3.) nach Gesprächen in Wien. Der UN-Gesandte lud für den 10. März zu einer letzten Runde von Verhandlungen über seine Anfang Februar vorgelegten Vorschläge ein.

Der Plan Ahtisaaris sieht für das Kosovo eine weit reichende Selbstbestimmung unter internationaler Aufsicht vor. Dazu gehört das Recht auf eine eigene Flagge, Nationalhymne, Streitmacht, Verfassung und Mitgliedschaft in internationalen Organisationen.

Entscheidung beim Weltsicherheitsrat

Serbien hat den Plan als inakzeptabel zurückgewiesen und beharrt auf das Kosovo als integralem Teil seines Staatsgebiets. Dennoch hat sich die Belgrader Regierung bereit erklärt, in Wien noch einmal mit Ahtisaari und der albanischen Bevölkerung des Kosovos zu verhandeln. Die dortige politische Führung hat den UN-Plan weitgehend begrüßt, albanischen Nationalisten geht er allerdings nicht weit genug.

Die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Provinz, die seit 1999 von den Vereinten Nationen verwaltet wird, liegt beim Weltsicherheitsrat. Ahtisaari kündigte an, seine Vorschläge nach den nächsten Gesprächen im März an den Weltsicherheitsrat weiterzureichen.

Diametrale Gegensätze

"Ich muss ehrlicherweise sagen, dass die Parteien in der Status-Frage weiterhin diametral entgegengesetzter Haltung sind", erklärte der UN-Vermittler. Ahtisaari hat sich zu Anpassungen seines Plans bereit erklärt, aber angedeutet, dass er grundlegende Änderungen ausschließt, wenn sich nicht beide Seiten dafür aussprechen.

Die albanische Delegation warf den Serben vor, die Vorschläge Ahtisaaris grundsätzlich umschreiben zu wollen. Die serbische Delegation habe "ein neues Dokument" gewollt, hieß es in einer Erklärung zu den Wiener Gesprächen. "Wie erwartet gab es keine Einigung", sagte ein Vertreter der serbischen Delegation. Serbien erwarte nun aber eine neue Version der Vorschläge. (wga)

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