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Fokus Osteuropa

Kosovo-Frage: Wachsende Aufmerksamkeit in Griechenland

Vor dem Hintergrund seines ungelösten Konflikts mit Mazedonien verfolgt Griechenland die Kosovo-Debatte mit besonderer Aufmerksamkeit. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz äußerten sich dazu Politiker aus Athen.

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Verteidigungsminister Vangelis Meimarakis verurteilt "Provokationen"

Der griechische Verteidigungsminister Vangelis Meimarakis (Neue Demokratie) sprach sich gegenüber der Deutschen Welle in München dafür aus, dass es zur Lösung der Kosovo-Frage ausreichende Zeit für Gespräche geben müsse. "Alle sorgen sich wegen dieses Konflikts. Wir sollten aber weder übertreiben noch untertreiben. Es gibt eine ungelöste Frage, aber das muss keine größere Krise auslösen, unter der Bedingung, dass wir jetzt richtig handeln. Die Art und Weise, wie wir dieses Problem herangehen, wird die Parteien dazu führen, die bestmögliche Lösung zu akzeptieren".

Selbstbestimmung im europäischen Rahmen

Der ehemalige Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos (PASOK) warnte hingegen im Zusammenhang mit der Entwicklung in Kosovo vor Auswirkungen in der Region und besonders im Mazedonien. "Unsere Nachbarn brauchen die Unterstützung Griechenlands. Sollte Kosovo unabhängig werden, wie es die NATO anstrebt, wird die Unterstützung Griechenlands für die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien noch wichtiger sein. Was für die Türkei die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates im Norden Iraks wäre, wäre für die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien und ihre nördlichen Gebiete die Proklamation der Unabhängigkeit des Kosovo. Wenn wir Krisen im Westbalkan abwenden möchten, haben wir jetzt die Gelegenheit, die Selbstbestimmung in einem europäischen Rahmen zu fördern, ohne dabei die territoriale Integrität der Staaten zu gefährden", so Tsochatzopoulos

Die griechische Regierung solle sich dafür einsetzen, dass Mazedonien von den Entwicklungen in Kosovo nicht beeinträchtigt werde, sagt Tsochatsopoulos, der Mitglied des Ständigen Parlamentarischen Ausschusses für Verteidigung und Auswärtige Angelegenheiten in Athen ist. Diese Solidarität sei die Basis für die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Tsochatsopoulos fügte hinzu, dass Mazedoniens Weg in Richtung NATO und EU auch mit der Lösung des Namenskonflikts verbunden sei: "Als Gegenleistung für diese Solidaritätsbekundung Griechenlands sollte die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien Entscheidungen treffen und Ideen entwickeln, die die heute bestehenden Konflikte überwinden helfen."

Namensstreit mit Mazedonien

Bis heute haben sich Griechenland und Mazedonien im Namensstreit um die ehemalige jugoslawische Teilrepublik nicht einigen können. Der griechische Verteidigungsminister Meimarakis bekräftigte die Unterstützung Griechenlands für Mazedonien, verurteilt aber gleichzeitig die "provokative" Entscheidung im Bezug auf die Umbenennung des Flughafens in Skopje in "Alexander der Große"-Flughafen: "Wir sind für die Existenz dieses Staates und möchten auch eine gute Beziehung zu diesem Staat pflegen. Gleichzeitig möchten wir aber auch, dass dieser Staat unsere historischen Empfindlichkeiten und unsere Geschichte respektiert. Seitens der Regierung der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien ist jegliches Verhalten, welches dies nicht respektiert, provokativ und deutet nicht auf den Willen zu einer Beziehung der guten Nachbarschaft hin. Wir nehmen dies zur Kenntnis und machen darauf auch alle internationalen Institutionen sowie unsere Bündnispartner aufmerksam."

Georgios Pappas
DW-RADIO/Griechisch, 12.2.2007, Fokus Ost-Südost