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Sport und Korruption

Korruptionsskandal: Scheich tritt von Fußballämtern zurück

Nach langem Hin und Her ist der umstrittene Fußball-Funktionär Ahmad Al-Sabah nun endgütig zurückgetreten. Der kuwaitische Scheich gibt alle seine Ämter im Weltfußball auf. Seine olympischen Ämter allerdings behält er.

In einer Erklärung der asiatischen Olympia-Verbände (OCA), deren Präsident der Kuwaiter Al-Sabah (Archivbild) ist, hieß es, er trete von all seinen Fußball-Ämtern zurück. Er werde am 9. Mai in Bahrain nicht erneut für das FIFA-Council kandidieren. Al-Sabah ist möglicherweise indirekt durch das Geständnis des Fußball-Funktionärs Richard Lai vor einem New Yorker Gericht belastet worden. Über seinen Rücktritt aus dem Fußball war schon länger spekuliert worden.

Demnach könnte das Mitglied des "Internationalen Olympischen Komitees" (IOC) an der Zahlung von Schmiergeldern im hohen sechsstelligen Bereich beteiligt gewesen sein. Al-Sabah zählt international zu den mächtigsten Sportpolitikern. Er war auch am Wahlerfolg von Thomas Bach zum IOC-Präsidenten maßgeblich beteiligt.

Profitierte von Scheich Al-Sabah: IOC-Präsident Thomas Bach (Archivbild)(picture alliance/dpa/Y. Hyung-Jae/Yonhap/AP)

Profitierte von Scheich Al-Sabah: IOC-Präsident Thomas Bach (Archivbild)

Der Scheich, der auch die Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees (ANOC) anführt, wies erneut jegliche Vorwürfe zurück. "Mit Blick auf die angeblichen illegalen Zahlungen an Richard Lai kann ich nur noch einmal auf meine frühere Erklärung verweisen und energisch jedes Fehlverhalten bestreiten", hieß es in der Erklärung. Er werde mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten, um die Anschuldigungen zu entkräften.

Lai, Präsident des Fußballverbandes der Pazifikinsel Guam und im Vorstand von Asiens Verband AFC, hatte zugegeben, Schmiergelder angenommen zu haben. Demnach erhielt er 2011 von einem Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaftswahl 100.000 Dollar für seine Stimme und zwischen 2009 und 2014 mehr als 850.000 Dollar an Schmiergeldern von Funktionären in der AFC-Region. Namentlich wurde Al-Sabah durch Lai nicht genannt, allerdings war in den Verhör-Dokumenten vom Präsidenten des Olympic Council aus Asien als Mitverschwörer Nummer zwei die Rede.

Der Scheich im Fadenkreuz der Ermittlungen

Von wem das Geld stammte, veröffentlichte auch die New Yorker Staatsanwaltschaft nicht - Beschreibungen in der Anklageschrift weisen aber auch deutlich auf Al-Sabah hin. "Zu verschiedenen, relevanten Zeitpunkten war Mitverschwörer Nummer zwei ein hochrangiger Funktionär bei der FIFA, dem Fußballverband von Kuwait und Asiens Olympischem Rat", steht in dem Dokument "Die Vereinigten Staaten von Amerika gegen Richard Lai".

Von 1990 bis 2014 war Al-Sabah, dessen Netzwerk bis zu führenden Politikern und Staatschefs reicht, Fußballboss seines Heimatlandes, seit 2015 saß er im FIFA-Exekutivkomitee (später FIFA-Council). Im IOC ist er seit 1992 Mitglied.

Zu seinen Ämtern in Asiens Olympischem Rat (AOC) und in der Vereinigung der olympischen Spitzensportverbände (ANOC) äußerte sich der Scheich zunächst nicht.

Der Rückzug aus dem Fußball an diesem Sonntag kam überraschend, und es war vielleicht ein taktisches Manöver. Die FIFA-Ethikkommission hatte im Fall Lai umgehend auf die Nachrichten aus den USA reagiert und den 55-Jährigen provisorisch gesperrt. Al-Sabah selbst habe die FIFA-Ermittler umgehend angeschrieben und sich für eine Befragung zur Verfügung gestellt, sagte ein IOC-Sprecher - allerdings bevor der Rücktritt des Scheichs bekannt wurde.

cgn/jj (dpa, sid)