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Fußball

Korruptionsskandal bei der FIFA

Wegen Korruptionsverdacht sind Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti vorläufig suspendiert worden. Vier weitere Offizielle werden ebenfalls bis auf weiteres ausgeschlossen.

Adamu Temarii (li.) und Reynald Temarii (Fotos: dpa/Pressefoto Ulmer)

Adamu Temarii (li.) und Reynald Temarii

Der Fußball-Weltverband FIFA hat die unter Korruptionsverdacht stehenden Exekutivmitglieder Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti vorläufig suspendiert. Gegen beide werde weiter ermittelt, teilte die FIFA am Mittwochabend (20.10.2010) in Zürich mit. Die englische Zeitung "Sunday Times" hatte berichtet, Adamu und Temarii hätten angeboten, ihre Stimme bei der Entscheidung über die Austragungsländer der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verkaufen. Dem Bericht zufolge hatte Temarii für seine Stimme drei Millionen neuseeländische Dollar (umgerechnet 1,6 Millionen Euro) gefordert, die dem Bau einer Fußballakademie in Auckland zu Gute kommen sollten. Adamu wurde dabei gefilmt, wie er Geld forderte, das direkt an ihn gezahlt werden sollte.

Adamu und Temarii gehören zu den 24 Mitgliedern des FIFA-Ausschusses, der im Dezember in Zürich in geheimer Abstimmung über die Gastgeberländer für die WM 2018 und 2022 entscheidet. FIFA-Präsident Sepp Blatter hatte das Exekutivkomitee gebeten, von einer öffentlichen Stellungnahme abzusehen, aber keine Angaben gemacht, ob die für den 2. Dezember anberaumte Abstimmung angesichts der Untersuchung verschoben wird. Im Rennen um die WM 2022 sind neben den USA noch Australien, Japan, Südkorea und Katar. Für 2018 gibt es vier Bewerbungen aus Europa: England, Russland sowie die gemeinsamen Bewerbungen von Belgien und Holland beziehungsweise Spanien und Portugal.

Blatter bestürzt - "Trauriger Tag"

FIFA Präsident Blatter (Foto: AP)

FIFA Präsident Blatter

Neben Adamu und Temarii hat die FIFA vier weitere Offizielle vorläufig suspendiert. Slim Aloulou (Tunesien), Amadou Diakite (Mali), Ahongalu Fusimalohi (Tonga) und Ismael Bhamjee (Botsuana) seien vorläufig von allen fußballbezogenen Aktivitäten ausgeschlossen, teilte die FIFA nach ihrer Sitzung der Ethikkommission in Zürich mit. Dem Quartett werden Verstöße gegen die FIFA-Statuten sowie den Ethik- und den Disziplinarcode des Verbandes vorgeworfen.

FIFA-Präsident Blatter äußerte sich bestürzt: "Es ist ein trauriger Tag für den Fußball", sagte der Schweizer. Es sei aber die Pflicht der FIFA, den Fußball "vor jeglicher Manipulation und schlechtem Verhalten zu schützen".

Autor: Andreas Ziemons (mit dapd, dpa)
Redaktion: Calle Kops

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